Dortmund (NRW) – Große Trauer um eine beliebte Tierforscherin. Lydia Möcklinghoff, Zoologin, Autorin und unter anderem bekannt aus dem Kosmos rund um die „Sendung mit der Maus“, starb im Alter von nur 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Brasilien. Auch der Dortmunder Zoo, mit dem sie über viele Jahre hinweg eng zusammengearbeitet hat, drückt seine Bestürzung aus.
Laut aktuellen Berichten starb Lydia Möcklinghoff am 3. Juli 2026 kurz nach dem Start um 6.20 Uhr (Ortszeit) vom Flughafen Santa Maria nahe Campo Grande. Auf dem Weg ins Pantanal stürzte ihr Flieger ab. Auch Pilot Henrique Martin kam bei dem Unglück ums Leben. Der Verdacht der Ermittler: Er könnte die Orientierung verloren haben. Ebenso könne derzeit ein technischer Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wie ein Experte den „Campo Grande News“ sagte, deutet derzeit alles auf einen nahezu senkrechten Fall hin. Weitere Personen sollen sich nicht an Bord der gut gepflegten Propellermaschine (Baujahr 1983) befunden haben.
WDR nannte sie liebevoll „Maus-Forscherin“
Im Pantanal in Brasilien erforschte Möcklinghoff vor allem den Großen Ameisenbären. Sie war die erste Wissenschaftlerin, die das Leben dieser bedrohten Art länger als ein Jahr beobachtete und untersuchte, wie Ameisenbären Plantagen-Habitate nutzen und möglicherweise über Duftmarken kommunizieren.
Die in Wilhelmshaven (Niedersachsen) geborene Zoologin verband Forschung mit Wissenschaftskommunikation. Sie schrieb Bücher, hielt Vorträge, war im TV zu sehen und in Podcasts zu hören. Bekannt war sie auch aus dem Maus-Kosmos des WDR: Bei „MausLive“ auf WDR 5 hatte sie ihre eigenen Reihen „Lydia im Pantanal“ und „Lydias Pantanal-Abenteuer“. Vom Sender wurde sie liebevoll als „Maus-Forscherin“ bezeichnet.
Zoo Dortmund trauert um Lydia Möcklinghoff
Der Zoo Dortmund schreibt in Social-Media-Postings: „Lydia war für uns weit mehr als eine geschätzte Forschungspartnerin. Über viele Jahre standen wir mit ihr in engem Austausch und unterstützten ihre wissenschaftliche Arbeit zu großen Ameisenbären in Brasilien.“ Viele Erkenntnisse habe man direkt in die Haltung und das Management dieser Tiere in Zoos einfließen lassen. Der Zoo weiter: „Lydia hat auch durch ihre Medienarbeit viele Menschen für den Natur- und Artenschutz begeistert und war eine wichtige Stimme für die Tierwelt des Pantanals.“ Sie sei nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern vor allem ein warmherziger, lebensfroher und außergewöhnlich engagierter Mensch gewesen.