Hamburg – Vom angesehenen Politiker mit prominenten Freunden und stolzer Karriere zur geächteten „Persona non grata“ – wie ist das möglich? 37 Jahre lang saß der Hamburger Dirk Fischer (82) für die CDU im Bundestag, fünf Jahre davon als verkehrspolitischer Sprecher. 2017 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Hamburger CDU gewählt. Inzwischen hat er in der Landesgeschäftsstelle Hausverbot und darf nicht mehr an Sitzungen seines Kreisverbands teilnehmen. Nun kam ein neuer Tiefpunkt dazu – sogar die Polizei rückte an!
Das Problem: Auch auf CDU-Veranstaltungen im Rathaus ist Fischer nicht erwünscht! Trotzdem versuchte er jüngst, sich bei einer Veranstaltung mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) reinzuschummeln. Konkret wollte er beim Event „Sicherheit gemeinsam stärken – Resilienz für Deutschland und Hamburg“, bei dem Dobrindt als Ehrengast geladen war, teilnehmen. Doch dann scheiterte er an den Ratsdienern.
Augenzeugen berichten, dass Hamburgs parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Gladiator (45), herbeigeeilt sei und Fischer bedeutet habe, dass er nicht willkommen sei. Fischer habe mit großem Unverständnis reagiert und angefangen zu diskutieren. Bitter: Am Ende eskortierten ihn Polizisten der Rathauswache auf die Straße. Wer sie rief – unklar.
Gladiator (45) bestätigt den Vorfall gegenüber BILD: „Dirk Fischer stand bei dieser Veranstaltung nicht auf der Gästeliste und hatte keinen Zutritt. Das habe ich ihm auch mitgeteilt. Alles andere ist eine private Angelegenheit von Dirk Fischer, zu der wir uns auch aus Respekt vor seiner Person nicht äußern.“
Er flog bereits aus der eigenen Wohnung heraus
Der Hintergrund: Fischer hat große finanzielle Probleme. Immer wieder soll er deshalb einstige politische Wegbegleiter aggressiv um Geld angepumpt haben – teils in aller Öffentlichkeit. Das bestätigten hochrangige Parteifunktionäre gegenüber BILD. Zwischendurch soll er Parteifreunden 40.000 Euro geschuldet haben. So kam es auch, dass Fischer im Dezember Hausverbot in der Hamburger CDU-Zentrale am feinen Leinpfad bekam.
Aus einer Wohnung in Alsternähe (5,5 Zimmer, 186 Quadratmeter) ist er wegen Mietschulden schon im Juli 2025 rausgeflogen. Wo er aktuell lebt – unklar.
Schuld ist offenbar die Liebe zu seiner Freundin, einer Brasilianerin. Parteifreunde von Fischer erzählen, dass er sie bis in den eigenen Bankrott hinein mit Geld unterstützt haben soll. Dabei kassiert er eine üppige Pension aus seiner Zeit als Abgeordneter – ca. 7159,43 Euro brutto. Gegenüber BILD wollte Fischer sich nicht äußern. Die Polizei bestätigt, dass Beamte vor Ort waren.
Fischer stand der CDU in Hamburg von 1992 bis 2007 vor. Von 1980 bis 2017 saß er im Deutschen Bundestag, war zwischendurch auch Vorsitzender der Hamburger Landesgruppe. Sein prominentestes Ehrenamt: Von 2007 bis 2021 war Fischer Präsident des Hamburger Fußballverbands.