Beirut – Wenige Tage nachdem Donald Trump (79) eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon verkündet hat, schlagen in einem Vorort von Beirut erneut Raketen ein. Das israelische Militär griff nach Regierungsangaben „terroristische Stützpunkte“ in der als Dahiyeh bekannten Hochburg der Hisbollah an. Die Attacken seien eine Reaktion auf den Beschuss israelischen Gebiets, heißt es in einer Erklärung der israelischen Regierung.
Erst am Samstag war es auch im Südlibanon zu schweren Angriffen gekommen. Bei einem israelischen Luftschlag auf ein Militärfahrzeug starben nach Angaben der libanesischen Armee drei Soldaten – darunter zwei Offiziere. Der Angriff ereignete sich demnach auf einer Straße zwischen der Stadt Nabatije und dem Ort Mardschajun.
Das israelische Militär bestätigte den Angriff auf ein Fahrzeug und erklärte, man prüfe den Vorfall. In der Mitteilung hieß es, das Auto habe sich in der Nähe des Dorfes Kfar Tibnit auf verdächtige Weise auf israelische Soldaten zubewegt. Zudem habe es konkrete Hinweise gegeben, dass die Hisbollah aus dem Gebiet Angriffe auf israelische Soldaten plane. Israels Militär betonte, man kämpfe gegen die Hisbollah und nicht gegen die libanesische Armee.
Am Sonntagmorgen wurden laut israelischen Angaben mindestens fünf Raketen vom Libanon aus auf Nordisrael abgefeuert. Die Raketen wurden abgefangen oder landeten in unbewohntem Gelände. Die Hisbollah reklamierte den Beschuss nicht für sich, räumte jedoch Angriffe auf israelische Soldaten im Südlibanon ein.
Libanon-Präsident kritisiert Iran scharf
Erst vor wenigen Tagen hatten Israel und der Libanon eine neue Waffenruhe vereinbart. Sie ist aber brüchig. Für zusätzliche Spannungen sorgt ein Interview mit Libanons Präsidenten Joseph Aoun (62), der den Iran beschuldigte, sein Land als Druckmittel im Konflikt mit den USA und Israel zu missbrauchen. „Sie benutzen den Libanon als Verhandlungsmasse in ihren Gesprächen mit den USA“, sagte Aoun in einem CNN-Interview. Das sei „inakzeptabel“.
Teheran solle sich nicht länger in die inneren Angelegenheiten des Libanon einmischen. An die iranischen Revolutionsgarden gerichtet, erklärte er: „Es ist nicht euer Land, es ist unser Land.“ Und über den Chef der vom Iran stark unterstützten Hisbollah-Miliz, Naim Kassim (73), sagte er, Kassim repräsentiere nicht das libanesische Volk.