Neumünster (Schleswig-Holstein) – Das traditionsreiche Familienunternehmen Oskar Heuchert steckt in der Krise und kämpft wie so viele andere in der Baubranche ums Überleben. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit eigenem Betonfertigteilwerk hat einen Insolvenzantrag gestellt. 60 Angestellte bangen um ihre Arbeitsplätze.
Seit 1948 gibt es das Unternehmen in Neumünster. Es hat sich auf Betonfertigteile für private Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten spezialisiert. Jetzt zwingt die anhaltende Schwäche der gesamten Baubranche die Firma in die Knie. Vor allem das private Baugeschäft ist nahezu vollständig eingebrochen.
Hauptgrund ist Auftragsflaute
Geschäftsführer Jan Heuchert beschreibt die Lage so: „Schon seit längerer Zeit gibt es zu wenige Neubauaufträge für die norddeutsche Bauwirtschaft. Insbesondere der private Sektor ist weggebrochen. Als tarifiertes Unternehmen leiden wir unter dieser wirtschaftlich schwierigen Situation, weil unser langjährig erfolgreiches integriertes Geschäftsmodell als Bauunternehmen und Produzent von Fertigteilen nicht mehr funktioniert.“ Wegen eines akuten Liquiditätsengpasses habe sich die Geschäftsleitung entschieden, einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Neumünster zu stellen.
Wie es für das Unternehmen weitergeht
Trotz der schwierigen Lage soll der Baubetrieb zunächst weitergehen. Das betrifft den Hauptstandort in Neumünster ebenso wie das Betonwerk im nahegelegenen Trappenkamp.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jens-Sören Schröder von der Pluta Rechtsanwalts GmbH erklärt: „Die Zahlungen der Löhne und Gehälter werden wir in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit sicherstellen. Parallel dazu werde ich die Aussichten für eine dauerhafte Fortführung des Betriebs prüfen und einen Investorenprozess aufsetzen.“ Laufende Bauvorhaben wie ein Bauprojekt mit farbiger Betonfassade in der Hamburger HafenCity sollen planmäßig abgeschlossen werden.