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Trotz 300 Millionen Euro Gewinn: Großbäcker schließt zwei deutsche Werke für dieses

Trotz 300 Millionen Euro Gewinn: Großbäcker schließt zwei deutsche Werke für dieses
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Erfurt – Ein Großbäcker für Tiefkühlware schließt sein Werk in Thüringen und will auch sein Werk in Bayern dichtmachen. Die bittere Entscheidung trifft die Mitarbeiter und die Regionen hart. Und das, obwohl der Konzern weltweit 300 Millionen Euro Gewinn macht. Grund ist, dass das Unternehmen profitabler werden will.

Die Produktion der beiden Werke soll künftig im Werk in Eisleben (Sachsen-Anhalt) gebündelt werden, kündigt der Schweizer Konzern Aryzta an.

Was jetzt mit den Mitarbeitern passiert

Laut Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind 170 Angestellte in Nordhausen (Thüringen) und 270 in Gerolzhofen (Bayern) betroffen. Doch zahlreiche Mitarbeiter sollen ein Angebot für einen Wechsel nach Eisleben erhalten. Insgesamt sollen rund 250 Jobs abgebaut werden, berichtet die Nachrichtenagentur AWP.

In Nordhausen wurden seit mehr als 20 Jahren Brötchen, Ciabatta und Pfannkuchen gebacken. 2013 hatte die Schweizer Aryzta AG den Standort von der Großbäckerei Klemme übernommen.

Der Grund für die Schließungen

Der Schweizer Backwaren-Konzern hat Probleme in Deutschland. Die Produkte gehen an Großhändler, Einzelhandel und die Gastronomie. Die unsichere Zukunft rund um das wichtige Deutschland-Geschäft belastete auch den Aktienkurs. Aryzta will mit dem Umbau künftig weniger produzieren, passend zur geringeren Nachfrage. Das Sortiment für den deutschen Markt will der Konzern ausdünnen, kleine Stückzahlen aussortieren und auf profitablere Produkte setzen. Die Pläne sollen 2026 und 2027 umgesetzt werden. Wegen des ausgedünnten Sortiments rechnet der Konzern mit bis zu 40 Millionen Euro weniger Umsatz. Der Umbau kostet zudem bis zu 61 Millionen Euro.

Allerdings sollen die Maßnahmen die Gewinnmarge deutlich verbessern. Für das laufende Jahr prognostiziert Aryzta weltweit bereits etwa 300 Millionen Euro Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA). Ab 2027 sollen die Aktionäre wieder eine Dividende bekommen.

Was die Gewerkschaft sagt

Die NGG nannte das Vorgehen „schäbig“. „Das Unternehmen will mit den Schließungen den Gewinn steigern und die Aktionäre wieder mit einer Dividende bedienen“, sagt Gewerkschafter Olaf Klenke. Die Linke im Thüringer Landtag spricht von einer „Sauerei“.

Ganze Bäckerei-Branche im Umbruch

Unterdessen steckt das Bäckerei-Gewerbe in einer Krise. So ist etwa die bekannte Bäckerei Moos in Hessen insolvent. Das Unternehmen mit 59 Filialen und 480 Mitarbeitern hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Eine Kette in Niedersachsen macht ganz dicht: Die Kiess & Krause GmbH will wegen eines fehlenden Nachfolgers die Bäckerei-Kette mit 10 Filialen schließen. 120 Mitarbeiter sind betroffen. Die Thüringer Traditionsbäckerei Lampe kämpft sich gerade aus der Insolvenz. Der hohe Preis: Jede dritte der 44 Filialen wird geschlossen, und von 280 Mitarbeitern behalten nur 150 ihre Arbeitsplätze. Die größte Bäckerei Deutschlands profitiert hingegen vom veränderten Kaufverhalten der Kunden: Harry expandiert.

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