Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp (59) muss einen Nachfolger für Manuel Neuer (40) finden. Wer ist künftig die deutsche Nummer eins? BILD fragte bei Experten nach.
Adler: „Jürgen Klopp wird Oliver Baumann anrufen“
René Adler (42, 12 Länderspiele): „Ich denke, Jürgen Klopp wird zum Telefon greifen und Oliver Baumann persönlich vorschlagen, die Übergangs-Nummer 1 zu sein. Die Entscheidung sollte allein bei Baumann liegen. Es sollte Baumann aber auch kommuniziert werden, dass perspektivisch Noah Atubolu, Jonas Urbig und Mio Backhaus die Zukunft im deutschen Tor gehört.“
Schumacher: „Nübel ist durch den Türkei-Wechsel aus dem Fokus raus“
Toni Schumacher (72, 76 Länderspiele, Europameister 1980): „Eigentlich hätte ich Nübel als neue Nummer 1 gesehen. Aber durch seinen Türkei-Wechsel ist er aus dem Fokus raus. Der Wechsel ins Ausland wurde ja auch schon für ter Stegen zum Problem. Es hat nun mal einen positiven Effekt, wenn du Woche für Woche im eigenen Land spielst und die Leute mit deinen Paraden begeisterst. Für mich ist deshalb Jonas Urbig die zukünftige Nummer 1. Er wird bei den Bayern trotz der Neuer-Verlängerung immer mehr Spielzeit bekommen. Und wenn man bei so einem großen Klub konstant spielt und abliefert, hat man einfach einen Bonus.“
Maier: „Jonas Urbig sollte zuerst mal eine Saison Bundesliga spielen“
Sepp Maier (82, 95 Länderspiele, Europameister 1972, Weltmeister 1974, Ex-DFB-Torwarttrainer): „Ich würde vorerst Baumann nehmen und dann abwarten, wie sich Jonas Urbig entwickelt. Der sollte zuerst einmal eine Saison Bundesliga spielen. Dann kann man ihn bewerten. Er ist ein großes Talent, er könnte es schaffen. Aber Klopp wird es schon richten!“
Rost: „Ich würde Oliver Baumann spielen lassen“
Frank Rost (53, 4 Länderspiele): „Ich denke, die neue Nummer 1 sollte ein international spielender Stammtorwart eines Vereins sein. Ich würde Oliver Baumann spielen lassen. Er hat die letzte Saison mit Hoffenheim eine konstante, ordentliche Saison gespielt. Ich finde aber, dass wir aktuell in der Bundesliga eine vergleichsweise nur durchschnittliche Torwartklasse besitzen.“
Köpke: „Man muss einen jungen Torwart aufbauen“
Andreas Köpke (64, 59 Länderspiele, Europameister 1996, Ex-DFB-Torwarttrainer): „Das wird eine knifflige Entscheidung für Jürgen Klopp. Ich denke, man muss jetzt einen jungen Torwart als Nummer 1 aufbauen. Jonas Urbig ist sicher ein Kandidat, wenn er bei Bayern 20 bis 25 Pflichtspiele bestreitet und wenn er bei Bayern keine klassische Nummer 2 ist. Ich finde auch Mio Backhaus interessant, der gerade von Bremen nach Freiburg gewechselt ist. Und bei Noah Atubolu muss man schauen, bei welchem Verein er landet.“
Lehmann: „Baumann kann noch die EM machen“
Jens Lehmann (56, 61 Länderspiele): „Oliver Baumann muss ins Tor. Er hatte die WM-Qualifikation komplett gespielt und bei der WM kein einziges Mal. Das gab es in der DFB-Geschichte so noch nie. Baumanns Einsatz muss man honorieren. Die EM kann er noch machen. Auch er muss sich verbessern im Konkurrenzkampf. Ich sehe weiter Alexander Nübel, Bernd Leno und Marc-André ter Stegen im Rennen. Jonas Urbig kann nur die Nummer 1 sein, wenn er auch im Klub Stammtorwart ist. Der DFB ist kein Ausbildungsbetrieb.“
Hildebrand: „Ich vermute, Klopp wird auf einen jüngeren Torwart setzen“
Timo Hildebrand (47, sieben Länderspiele): „Ich bin neugierig, wie sich Jürgen Klopp entscheidet. Wenn es nach der traditionellen Reihenfolge ginge, könnte Alexander Nübel mit seinen 29 Jahren noch zwei Weltmeisterschaften spielen. Ich vermute eher, er setzt auf einen jüngeren Torhüter. Jonas Urbig, Noah Atubolu oder auch Dennis Seimen vom VfB Stuttgart wären Kandidaten.“
Kleff: „Wir haben gute Torhüter, aber keine sehr guten Torhüter“
Wolfgang Kleff (79, 6 Länderspiele, Europameister 1972, Weltmeister 1974): „Ich sehe keine klare Nummer 1 mehr. Wir haben gute Torhüter, aber nach Manuel Neuer keine sehr guten Torhüter mehr. Zu Beginn würde ich Oliver Baumann als Nummer 1 sehen, das war er vor der WM ja auch, und auf der Bank hat er in den USA keine Fehler gemacht. Das wäre kein Risiko und nur fair. Danach soll sich durch Leistungen in der Bundesliga die neue Nr. 1 herauskristallisieren, momentan sehe ich alle Konkurrenten auf gleicher Höhe.“