„Football’s coming home again, with Thomas Tuchel“, sangen Englands Fans nach dem Viertelfinalerfolg gegen Norwegen (2:1 n.V.). Und auch an diesem Mittwoch gegen Argentinien (21 Uhr, ARD und MagentaTV sowie auf bild.de im Live-Ticker) könnten sie wieder singen, wenn England ins Finale einziehen sollte. Schon nach dem Achtelfinalsieg in Unterzahl gegen Mexiko (3:2) schrieb kein Geringerer als Sir David Beckham (51) auf Instagram: „Brilliant from the boss.“ England in love mit Thomas Tuchel (52)!
Das sah nach seiner Ernennung zum Coach der „Three Lions“ im Herbst 2024 anders aus. Damals hagelte es heftige Kritik in England: „Wir brauchen keinen Thomas Tuchel, sondern einen Patrioten, für den das Land an erster, zweiter und dritter Stelle steht“, titelte etwa die „Daily Mail“.
Ausgerechnet ein Deutscher sollte Englands 60 Jahre andauernde Leidenszeit beenden? Ein Unding für die meisten im Fußball-Mutterland! Nach seiner Kadernominierung für das WM-Turnier wurde Tuchel wieder heftig angegangen. Er verzichtete auf die vier Top-Stars Harry Maguire (33), Phil Foden (26), Cole Palmer (24) und Trent Alexander-Arnold (27).
Doch die Attacken verstummten während der WM. Tuchel überzeugte Kritiker und Fans durch taktische Meisterleistungen wie etwa im Spiel gegen Mexiko.
Tuchel wäre auf einer Stufe mit Sir Alf Ramsey
Der Traum, erstmals seit 1966 Weltmeister zu werden, geht für alle Engländer weiter. Und auf Tuchels Schultern wiegt eine historische Last. Doch er blüht auf, sagt: „Das ist so intensiv, mir macht das richtig Spaß. In diesen Momenten fühle ich mich besonders lebendig.“
Noch zwei Siege fehlen Tuchel – und der WM-Pokal käme nach Hause. Dafür würde er eine Titelprämie kassieren, die soll bei drei Millionen Pfund (rund 3,5 Mio. Euro) liegen.
Viel wertvoller: Er würde dann auf einer Stufe mit dem legendären 66er-Weltmeistertrainer Sir Alf Ramsey (†79) stehen. Und auf der Insel ebenfalls unsterblich werden.