London (Großbritannien) – Schon wieder kamen Putins Militärmaschinen Nato-Streitkräften bedrohlich nahe. Im Nordmeer musste die britische Royal Navy am vergangenen Donnerstag Abfangjäger starten, nachdem sich eine russische Tupolev Tu-142 dem Flugzeugträger HMS Prince of Wales genähert hatte. Erst am Montag machte das Verteidigungsministerium in London den Vorfall auf X öffentlich.
Demnach habe sich der russische U-Boot-Jäger einem britischen Flugzeugträgerverband während der Operation Firecrest wiederholt genähert. Die Maschine sei unnötig dicht an die HMS Prince of Wales herangeflogen, habe mehrere Sonobojen in der Nähe abgeworfen und nicht auf internationale Sicherheitsfunkfrequenzen reagiert. Das Ministerium erklärte: „Diese Aktivität war unsicher und unprofessionell.“
Zwei britische F-35-Kampfjets hätten das Flugzeug abgefangen und eskortiert, bis es das Gebiet verlassen habe. Wie Reuters berichtet, kam es bereits am 2. Juli nordwestlich von Norwegen zu der Begegnung. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine russische Tu-142 („Bear-F“), ein Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug.
Immer wieder Provokationen aus Russland
Der britische Flugzeugträgerverband war während der Operation Firecrest unter Nato-Kommando im hohen Norden Europas unterwegs. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums setzt der Verband seinen Einsatz im Nordatlantik und in der Arktis nach dem Vorfall gemeinsam mit den Partnern fort.
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Der „Barents Observer“ hatte bereits im Mai über eine Häufung russischer Militärflüge vor Nordnorwegen berichtet. Demnach verzeichneten norwegische F-35 bis Mitte Mai 2026 bereits 39 Alarmstarts und identifizierten 51 russische Flugzeuge. Eine offizielle Stellungnahme aus Russland zu dem aktuellen Vorfall liegt bislang nicht vor.