Kriegschroniken

Russische Drohne trifft Atommülllager nahe Tschernobyl

Russische Drohne trifft Atommülllager nahe Tschernobyl

Eine russische Drohne hat nach ukrainischen Angaben ein Lager für abgebrannte Brennelemente nahe dem stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem gezielten Angriff auf eine kritische Infrastrukturanlage, die Strahlenwerte blieben nach bisherigen Angaben aber im normalen Bereich.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA wurde ein Gebäude zur Brennstoffannahme erheblich beschädigt, nur wenige Meter entfernt von einem Bereich, in dem große Mengen nuklearen Materials gelagert werden. Die ukrainische Atombehörde teilte mit, zum Zeitpunkt des Angriffs seien in dem getroffenen Gebäude keine abgebrannten Brennelemente gelagert worden. Ein Feuer wurde gelöscht, Verletzte gab es nicht.

Selenskyj spricht von besonders niederträchtigem Angriff

Selenskyj schrieb auf X, Russland habe für den Angriff eine -Drohne eingesetzt. Er bezeichnete den Treffer als Angriff auf eine »extrem kritische Infrastrukturanlage« und als »extrem niederträchtigen russischen Schlag«. Bislang gebe es keine Messwerte, die über die normale Hintergrundstrahlung hinausgingen. Zugleich sprach Selenskyj von einer weiter zunehmenden Dreistigkeit Russlands.

Die IAEA teilte mit, sie sei von der Ukraine über den Vorfall informiert worden. Ein Team der IAEA soll den Ort demnach bald besuchen, um die Folgen des Angriffs zu untersuchen. Russland äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem mutmaßlichen Angriff auf die Anlage, die rund 15 Kilometer vom Atomkraftwerk Tschernobyl entfernt liegt.

Wiederholte Vorfälle an ukrainischen Atomanlagen

Tschernobyl ist der Ort der schwersten Atomkatastrophe der Welt. Im Februar 2025 hatte eine russische -Drohne bereits den Schutzbogen über dem Reaktor beschädigt, der bei der Explosion und Kernschmelze im April 1986 zerstört worden war. Russland hatte damals eine Verantwortung zurückgewiesen.

Auch um das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine gab es wiederholt gegenseitige Vorwürfe zwischen der russischen und der ukrainischen Regierung. Die Anlage ist das größte Atomkraftwerk Europas.


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