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Mondmiete auf Steuerzahlerkosten: Die teure Öko-Falle des Umweltministeriums

Mondmiete auf Steuerzahlerkosten: Die teure Öko-Falle des Umweltministeriums
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Berlin – In dieser Baugrube verbuddelt der Bund mindestens 402 Millionen Euro. Mitten in Berlin, nahe dem Potsdamer Platz, wächst der Erweiterungsbau des Umweltministeriums. Für 1300 Arbeitsplätze wird er hochgerüstet mit teuren Öko-Standards. Eigentlich sollen zudem 102 Büros des Neubaus dem Berliner Parlamentsnachbarn überlassen werden. Wie BILD erfuhr, soll das Land Berlin aber für die geplanten Abgeordneten-Büros eine Mondmiete zahlen – mehr als 50 Euro pro Quadratmeter (ohne Betriebskosten)! Jetzt wackelt der geplante XXL-Deal auf Steuerzahlerkosten.

Schon im Jahr 2017 stimmten alle Hauptstadtfraktionen für das Projekt – aus Platznot. Nur die FDP wollte lieber auf dem freien Markt anmieten. Nachdem sich das Projekt mehrere Jahre verzögerte, wurde jetzt die Baugrube ausgehoben. Die Bauherren präsentieren den Hauptstadtpolitikern die noch geheime Rechnung: Jahr für Jahr knapp 2,3 Millionen Euro Kaltmiete für 3602 Quadratmeter – macht umgerechnet im Monat 52,60 Euro/kalt je Quadratmeter!

Offensichtlich völlig überteuert! Immobilienexperte Nicolai Baumann (49, „Avison Young“) rechnet für BILD vor, was ein vergleichbares Objekt in Spitzenlage kosten dürfte. Sein Ergebnis: 35 bis 42 Euro pro Quadratmeter, also rund 1,73 Millionen Jahresmiete für die fragliche Fläche. Außerdem: Laut aktuellem Büromarktbericht von Jones Lang LaSalle (JLL) stehen in der Hauptstadt derzeit 8,4 Prozent der Büroflächen leer. Im Angebot: 1,94 Millionen Quadratmeter, ab sofort verfügbar.

Warum also teurer mieten beim Bund?

In den Unterlagen, die BILD vorliegen, heißt es: „Der Mietvertrag würde über 30 Jahre geschlossen.“ Und die Miete muss in jedem Fall das Umweltministerium zahlen, und zwar an den Bauherren, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Nutzung durch private Firmen ist ausgeschlossen. Mit anderen Worten: In jedem Fall arbeiten dort Beamte auf Kosten der Steuerzahler in Büros zu Luxus-Preisen.

Und was macht den so nachhaltigen Bau so nachhaltig teuer? Der angestrebte „Goldstandard“: Unter der Bodenplatte wird an mehr als vier Dutzend Stellen 99 Meter tief nach Erdwärme gebohrt. Photovoltaik auf dem Dach und Paneele an der Fassade. Gebaut wird mit Recycling-Beton und Holz als CO₂-Speicher. Und je nach Sonneneinstrahlung sind die Fenster verschieden groß, haben natürliche Belüftung – nur der Serverraum ist klimatisiert.

„Wir sollten unsere vorhandenen Parlamentsbüros lieber als Shared Spaces teilen, statt sie so teuer anzumieten“, sagt eine Berliner Abgeordnete nach der vertraulichen Runde, auf der die Miete diskutiert wurde. Entscheidung: demnächst.

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