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Riesenskandal in Niedersachsen: Schule versaute mehr als 100 Abschlusszeugnisse

Riesenskandal in Niedersachsen: Schule versaute mehr als 100 Abschlusszeugnisse
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Vechta (Niedersachsen) – Dieser Fehler wirkt ein ganzes Leben nach. An der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta haben mehr als 100 Schüler über Jahre hinweg zu schlechte Abschlusszeugnisse bekommen. Vielen Betroffenen wurde so der Weg zum Abitur verwehrt. Zwei Schüler gingen sogar komplett ohne Abschluss von der Schule ab – obwohl sie den Hauptschulabschluss erreicht hatten.

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (40, Grüne) bat am Freitag um Entschuldigung: „Dass Schülerinnen und Schüler über mehrere Jahre hinweg nicht die Abschlüsse erhalten haben, die ihnen nach der geltenden Rechtslage zustanden, ist ein schwerwiegender Vorgang. Für die Betroffenen geht es nicht um Verwaltungsabläufe oder einzelne Rechtsvorschriften – es geht um ihren Schulabschluss und um ihre Bildungs- und Berufswege.“

Land verspricht finanzielle Entschädigung

Hamburg wisse, dass die Situation für die Schüler und ihre Familien belastend sei: „Unser Ziel ist es, mögliche Nachteile für die Betroffenen so weit wie möglich zu vermeiden und sie im weiteren Verfahren bestmöglich zu begleiten.“ Dazu gehöre auch eine finanzielle Entschädigung – etwa für den Fall, dass Schulabgänger auf eigene Kosten einen Abschluss nachgeholt haben.

Eine betroffene Schülerin hatte mit einer Beschwerde an die Schulbehörde die Überprüfung der Abschlüsse ausgelöst. Ergebnis: Es geht um 107 fehlerhafte Abschlüsse aus den Jahren 2019 bis 2026. An der Schule sei die Abschlussverordnung falsch angewendet worden. Die sieht vor, dass schlechte Noten durch andere Leistungen ausgeglichen werden können. Das sei nicht geschehen. Die Folge:

• 56 Schüler verpassten den Erweiterten Sekundarabschluss I (nach Klasse 10) und damit die Voraussetzung für das Abitur.

• 49 Schülern wurde der Realschulabschluss verwehrt.

• Zwei Schüler bekamen keinen Hauptschulabschluss und gingen so ohne Abschluss von der Schule ab.

Neun weitere Fälle an anderer Schule

In 32 weiteren Fällen muss die Schule die Abschlüsse erneut prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Und damit nicht genug: Die Schulbehörde hat auch die Abschlüsse an einer weiteren Schule überprüft, an der die Schulleiterin aus Vechta tätig war. Dort müssen neun Abschlusszeugnisse korrigiert werden.

Ministerin Hamburg verspricht landesweite Aufklärung: „Niemand muss sich Sorgen machen, dass womöglich auch das eigene Zeugnis betroffen sein könnte oder die eigene Schule diese Fehler ebenfalls gemacht hat und das womöglich nicht gesehen wird.“ Deshalb werde jede Schule ihre Abschlüsse noch einmal überprüfen, vor allem an den rund 400 Oberschulen und Integrierten Gesamtschulen.

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