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Thüringen: FAZ nimmt Gastbeitrag von Mario Voigt aus dem Netz – KI-Vorwurf

Thüringen: FAZ nimmt Gastbeitrag von Mario Voigt aus dem Netz – KI-Vorwurf
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Frankfurt/Erfurt – Ein Gastbeitrag von Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) ist aus dem Netz verschwunden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat den Text mit der Überschrift „Smartphone 14, Social Media 16“ entfernt. Er war am 13. August des vergangenen Jahres erschienen. Darin forderte der Politiker: Kinder unter 14 Jahren sollten kein Smartphone bekommen und Jugendliche erst ab 16 Jahren Zugang zu Social Media erhalten.

Auslöser für die Entscheidung war eine Recherche des Portals „fragdenstaat“. Dort ließ man den Beitrag des CDU-Politikers durch das Erkennungsprogramm Pangram prüfen – mit einem brisanten Ergebnis: 100 Prozent KI-Anteil. Zudem hätten sich drei wörtliche Zitate von Experten – dem Psychologen Jonathan Haidt, dem Neurobiologen Gerald Hüther und dem Neurowissenschaftler Manfred Spitzer – nicht belegen lassen.

Die FAZ stellt in ihrer Mitteilung klar, dass Pangram „mitnichten perfekt“ sei. Das Programm liefere keinen endgültigen Beweis, gebe aber in der Regel ernst zu nehmende Hinweise auf den Einsatz von KI. Für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz gelten bei der Zeitung klare Regeln. Wörtlich heißt es: „Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text.“ Bei Gastbeiträgen verlasse man sich darauf, dass sie menschengemacht sind.

„Einsatz von KI gehört zum Arbeitsalltag“

Um die Vorwürfe zu klären, wandte sich die Redaktion an die thüringische Staatskanzlei. Sie wollte wissen, ob der Beitrag von KI generiert worden sei und ob die Zitate echt seien. Die Staatskanzlei erklärte: „Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gehört im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen und eben auch zur öffentlichen Verwaltung.“ Und weiter: „KI kann unterstützen, die Verantwortung verbleibt stets beim Menschen.“

Die FAZ unmissverständlich: „Diese Einlassung genügt uns als Antwort nicht.“ Der Gastbeitrag wurde auf der Website depubliziert und sei im FAZ-Archiv gesperrt.

Bereits seit Tagen gibt es Diskussionen über Texte von Voigt, weil dabei mutmaßlich künstliche Intelligenz genutzt wurde. Diskutiert werden auch ein „Welt“-Gastbeitrag mit dem Titel „Wir brauchen mehr Raum für deutsche Stimmen“, bei dem die Thüringer Staatskanzlei „moderne digitale Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen“ einräumte, sowie mehrere Reden – darunter Ansprachen zum NS-Gedenken und zur Befreiung des KZs Buchenwald am 6. April 2025.

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