Petrovice/Chemnitz – Jetzt ist das Theater endlich vorbei! Mit 320 Tagen Verspätung geht es für den verurteilten Rechtsextremisten Marla Svenja Liebich in den Chemnitzer Frauenknast. Dort hätte der Hetzer, der sich mit Lippenstift und Geschlechtsänderungsantrag zur Frau machte, eigentlich bereits am 29. August auftauchen sollen. Stattdessen war Liebich jedoch in Tschechien abgetaucht.
Mittwochmorgen: Marla Svenja Liebich, der Nazi-Hetzer, der sich fast ein Jahr lang feige vor seiner Strafe versteckt hatte, wird am Grenzübergang in Breitenau an der A17 übergeben. Liebich ist jetzt in den Händen der deutschen Justiz – und die transportiert ihn nun direkt in die JVA nach Chemnitz. Hinter den Anstaltsmauern dort, wird er neben Gefangenen wie der verurteilten NSU-Terroristin Beate Zschäpe (51) inhaftiert sein.
Neonazi Liebich endlich nach Deutschland ausgeliefert
GdP-Vorsitzender Andreas Rosskopf (zuständig für die Bundespolizei) zu BILD: „Durch die Ablehnung der Beschwerde des Oberlandesgerichtes in Prag kann Liebich nun endlich nach Deutschland überstellt werden. Hier muss er nun seine gerechte Strafe absitzen. Dies ist genau richtig so! Gegen solche Menschen, welche sich so äußern und verhalten, muss der deutsche Rechtsstaat mit aller rechtsstaatlichen Härte vorgehen.“
Liebich war monatelang auf der Flucht
Damit endet jetzt eine jahrelange Hängepartie. Rückblick: Liebich war im Juli 2023, damals noch als Sven, zu einer Gefängnisstrafe von 1,5 Jahren verurteilt worden. Danach beantragte der Rechtsextremist die Änderung seines Geschlechts von männlich auf weiblich. Kritiker hielten das für pure Provokation und Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes.
Am 29. August 2025 sollte Liebich die Strafe im Frauenknast in Chemnitz antreten. Doch der Neonazi flüchtete, wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst und sitzt seitdem im Gefängnis von Pilsen-Bory. Die Staatsanwaltschaft Halle (Sachsen-Anhalt) beantragte die Auslieferung, doch Liebich wehrte sich dagegen.
Rechtsextremist fürchtet um sein Leben
Vor Gericht äußerte Marla Svenja Liebich (55) Mitte Mai in Pilsen die Angst, in Deutschland in ein Männergefängnis zu kommen. Der Neonazi fürchtete sogar um sein Leben. Nach stundenlanger Verhandlung wurde die Entscheidung zunächst vertagt. Auch zu diesem Termin erschien er mit rot lackierten Nägeln, Lippenstift und Leo-Top zur Verhandlung. Genutzt hat es Liebich nichts. Tschechien entschied, ihn auszuliefern. Liebich legte Beschwerde ein, die ebenfalls abgelehnt wurde.