Politik

Markus Söder wirbt für Ilse Aigner als Bundespräsidentin – doch es gibt einen Haken

Markus Söder wirbt für Ilse Aigner als Bundespräsidentin – doch es gibt einen Haken
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

München – Markus Söder und seine CSU feiern demonstrativ ihre Kandidatin für das Bundespräsidentenamt – Ilse Aigner. Auf dem Parteitag in München sagte Söder am Ende seiner Rede: „Ich würde es ihr von Herzen gönnen, wenn Ilse Aigner die nächste Bundespräsidentin wird. Das wäre toll!“ Aber das Problem bleibt: Die CDU muss mitziehen.

Die Delegierten der Partei applaudierten Söders Worten so laut und lange wie an keiner anderen Stelle seiner 70-Minuten-Rede. Aigner erhob sich von ihrem Platz in der ersten Reihe, winkte glücklich. Und Söder sagte, wohl nur halb im Scherz, zu ihr: „Mach das morgen noch einmal.“

Denn morgen – am Samstag – kommt Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) zum CSU‑Parteitag. Ohne dessen Zustimmung kann Aigner nicht Bundespräsidentin werden, das gab sogar Söder zu: „Die Entscheidung wird woanders gefällt.“ Aktuell heißt es in hohen CDU-Kreisen, die Partei habe den Anspruch, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Söder soll nach BILD-Informationen gewarnt worden sein, es mit Ausrufungen für Aigner nicht zu übertreiben. Und so fiel seine Empfehlung auch eher zurückhaltend aus – er würde sich „freuen“. Aber er forderte es nicht.

„Wir sind der stärkste Teil der Union“

Allerdings verteilte Söder in seiner Rede schon vorher deutliche Nachrichten an die Führung der CDU. „Vielleicht sind wir der stärkste Teil der Union“, sagte er über die CSU. Als Beleg nannte er Umfragen, die die CSU in Bayern bei 37 Prozent der Stimmen sehen – die Union insgesamt steht schlechter da (18 Prozent).

Die Gründe dafür sieht Söder auch im klaren Kurs der CSU gegen einen Linksruck in der deutschen und bayerischen Politik. „Welche Strategie?“, fragte er und gab die Antwort: „Auf keinen Fall nach links. Es gab die letzten Tage Empfehlungen. Die Union müsste nach links wandern. Auf keinen Fall.“

Aigner freut sich über den Rückenwind von Söder

Das war ein Seitenhieb auf CDU-Bundesfamilienministerin Karin Prien (61). Auch sie gilt als mögliche Bundespräsidentschaftskandidatin. Prien hatte erklärt, dass die Union nicht konservativer werden dürfe, sondern andere Flügel mehr beachten müsse – mit anderen Worten auch die linken Flügel der Partei.

Aigner sagte nach den warmen Worten von Söder zu BILD: „Ich finde, das war ein toller Rückenwind, vom Parteitag der CSU. Das freut mich natürlich.“ Es sei Söders „gutes Recht“ als Parteivorsitzender, sie für den Präsidentenjob ins Spiel zu bringen. Aber: „Jetzt warten wir erstmal ab!“

Vielleicht verpasst