Rostock – Auf diesen Moment haben Prozessbeobachter monatelang gewartet: Im Mordprozess um den getöteten Fabian (8) aus Güstrow bezieht die angeklagte Gina H. (30) am Montag erstmals selbst ausführlich zu den Vorwürfen Stellung. Sie erklärt unter anderem, wie das Blut des Jungen auf ein Stück Küchenrolle gelangte, das die Polizei in ihrem Auto fand. Und räumt einen Alibi-Deal mit ihrem Nachbarn ein. Die Einlassung ist 95 Seiten lang, der Vortrag wird mehrere Stunden dauern.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, den Jungen im Oktober 2025 mit mehreren Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend in Brand gesetzt zu haben. Am 22. Verhandlungstag will Gina H. ihre Sicht schildern. Besonders im Fokus: die Rolle eines Bekannten, den sie laut bisherigen Erkenntnissen zum Fundort der Leiche geführt haben soll.
Mit Spannung werden auch neue Gutachten erwartet. Ermittler haben einen Grillanzünder auf Fingerabdrücke untersucht, zudem wird ein mögliches Tatmesser erneut geprüft. Die Ergebnisse könnten dem Prozess eine neue Wendung geben.
BILD ist vor Ort am Landgericht in Rostock. Alle Entwicklungen des Tages im Live-Ticker.