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Knappes Ergebnis: Neonazi verliert Oberbürgermeister-Wahl in Aue

Knappes Ergebnis: Neonazi verliert Oberbürgermeister-Wahl in Aue
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Aue-Bad Schlema (Sachsen) – Neonazi Stefan Hartung (37) hat die Oberbürgermeisterwahl im sächsischen Aue-Bad Schlema am Sonntag mit 4499 Stimmen zu 5007 Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Marcus Hoffmann (41) verloren. Beinahe wäre in der 19.000-Einwohner-Gemeinde erstmals seit Ende des Dritten Reiches ein Rechtsextremer zum Stadtoberhaupt gewählt worden.

Der 37-Jährige trat für die „Freien Sachsen“ an, eine Kleinstpartei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und Fackelmärsche gegen Asylheime organisiert. Da beim ersten Wahlgang kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen hatte, reichte nun die einfache Mehrheit aus. Insgesamt waren mehr als 15.000 Bürger wahlberechtigt.

Mehr Stimmen durch Rückzug des AfD-Kandidaten?

Bereits in der ersten Runde am 10. Mai hatte sich abgezeichnet, dass in der idyllischen Stadt im Erzgebirge ein Großteil der Menschen offenbar kein Problem damit hat, einen Rechtsextremisten zum Oberbürgermeister zu wählen: Der frühere NPD-Funktionär kam auf 29 Prozent, Hoffmann auf nur 23,6 Prozent. Drei Bewerber zogen ihre Kandidatur zurück, darunter ein AfD-Mitglied – dessen 18,5 Prozent der Stimmen man im Vorfeld dem Neonazi zugerechnet hatte.

Bis heute ist Hartung Mitglied der NPD-Nachfolgeorganisation „Die Heimat“. Der Verfassungsschutz stuft diese – wie auch die von ihm mitbegründeten „Freien Sachsen“ – als gesichert rechtsextrem ein. Aus der ehemaligen NPD austreten will er nicht, sagte er zu BILD.

In der Stadt gibt es einen „gefährlichen Ort“

In Aue leben nach Behördenangaben nur etwa 9 Prozent Ausländer, deutschlandweit liegt der Anteil bei 14,8 Prozent. Vor allem das Thema Sicherheit bewegte die Menschen zu einem Kreuz für Hartung. Seine extremistische Einstellung kümmert sie dabei kaum, wie eine BILD-Reportage zeigt. Der „Postplatz“ im Kern der Stadt wird von der Polizei als „gefährlicher Ort“ aufgelistet, immer wieder war es in der Vergangenheit hier zu Gewaltdelikten gekommen. 2024 wurden 94 Straftaten gezählt, davon sechs Fälle von Messerkriminalität. Nachdem im vergangenen Jahr acht junge Intensivtäter in U-Haft oder Heime gekommen waren, ist es zumindest ruhiger geworden.

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik von Sachsen waren im Erzgebirgskreis nach aktuellem Ermittlungsstand 19,3 Prozent der Tatverdächtigen nichtdeutsche Staatsangehörige, 2024 hatte ihr Anteil 17,3 Prozent betragen.

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