Niedereschach (Baden-Württemberg) – Das Einfamilienhaus liegt in einer ruhigen Wohngegend eines Schwarzwald-Dorfs. Hier lebten bis vor ein paar Tagen ein Rentner und sein Sohn. Doch jetzt ist das Haus von der Kripo versiegelt. Der Senior ist tot und der Junior sitzt in U-Haft.
Die Menschen in der 6000-Einwohner-Gemeinde Niedereschach (Baden-Württemberg) sind entsetzt. Vor allem im örtlichen Gesangsverein herrschen Trauer und Ratlosigkeit über den Tod von Heinz S. (†88). Er soll laut Staatsanwaltschaft von seinem eigenen Sohn (60) erstochen worden sein.
Heinz S. ging tagelang nicht ans Telefon
„Heinz fehlte unentschuldigt bei einem Treffen seiner Sängerkameraden, an dem er regelmäßig teilgenommen hatte“, sagt ein Vereinsmitglied. „Außerdem konnte ihn seine Lebensgefährtin, die in einem anderen Ort lebt, mehrere Tage lang telefonisch nicht erreichen.“
Die besorgte Lebensgefährtin schickte ihre Tochter zum Haus. Diese berichtet gegenüber BILD, dass der Sohn des Rentners behauptet habe, sein Vater sei aufgrund eines Klinikaufenthaltes nicht zu Hause. Im Krankenhaus war Heinz S. aber nicht als Patient registriert. Da wurde das Umfeld des 88-Jährigen stutzig und schaltete die Polizei ein.
Kripo ermittelt wegen Totschlags
Beamte sahen am vergangenen Donnerstagmorgen im Einfamilienhaus nach und entdeckten die Leiche von Heinz S. Ein Staatsanwalt zu BILD: „Der Leichnam wies Stichverletzungen auf. Somit wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdeliktes eingeleitet.“ Sofort geriet der 60-jährige Sohn unter Verdacht. Polizeibeamte nahmen ihn fest. Ein Haftrichter erließ Haftbefehl. Unklar ist derweil noch, ob ein Messer als Tatwaffe sichergestellt werden konnte.
Der Staatsanwalt: „Über ein mögliches Tatmotiv können wir noch nichts sagen. Dem Tatverdächtigen wird Totschlag vorgeworfen. Er hat sich zum Tatvorwurf nicht geäußert.“