Heilbronn (Baden-Württemberg) – Der erste Discounter in Deutschland hisst die schwarz-rot-goldene Fahne auf den Weltmeeren. Ein Schiff der Reederei „Tailwind Shipping“ von Lidl fährt jetzt unter deutscher Flagge. Um die Lieferkette auch in Krisenzeiten abzusichern.
Konkret geht es um die 276 Meter lange „Panda 001“, auf die 5527 Container passen. Heilbronn wird damit erstmals zum Heimathafen eines Schiffs, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erklärte. Das liegt direkt neben dem Hauptsitz des Mutterkonzerns Lidl in Neckarsulm in Baden-Württemberg. Zuvor fuhr das Schiff unter der portugiesischen Flagge zur See.
So viele Schiffe werden es
Der Flaggenwechsel bei Lidl ist laut den Behörden erst der Anfang: „Geplant ist die Umflaggung der gesamten Flotte, also auch der derzeit im Bau befindlichen Neubauten.“ Zum Tochterunternehmen „Tailwind Shipping“ zählen nach Unternehmensangaben elf Schiffe, fünf weitere sollen entstehen. Dazu gehören 33.000 eigene Container.
Für Lidl eine clevere, unabhängige Absicherung der Warenversorgung. Dabei setzt der Discounter seit der Corona-Pandemie 2022 eher auf kleinere Schiffe und weniger Hafenstopps, um lange Wartezeiten und überlastete Liegeplätze zu vermeiden und Waren schneller umzuschlagen. Angesteuert werden bewusst kleinere Häfen nahe großer Handelszentren.
Deshalb der Flaggenwechsel
Schiffe unter deutscher Flagge sind dabei nicht von einem fremden Staat abhängig. Deutschland kann schnell und direkt mit Reedereien zusammenarbeiten, um Güter in die deutschen Häfen zu transportieren. Für das Unternehmen ist auch das Netz aus 225 deutschen Auslandsvertretungen von Vorteil, das im Krisenfall für die Schiffsbesatzung da ist.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) sagte: „In Zeiten geopolitischer Spannungen und fragiler globaler Lieferketten ist die Wahl der deutschen Flagge ein Zeichen von Verantwortung, Zusammenarbeit und strategischer Handlungsfähigkeit.“