Hauptnachrichten

„Enigma“: Produzenten-Legende Michael Cretu verklagt Cover-Band

„Enigma“: Produzenten-Legende Michael Cretu verklagt Cover-Band
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

München – Produzenten-Legende Michael Cretu (69) lieferte einst Hits am Fließband. Erst für Popstern Sandra (64). Später mit seinem Musikprojekt „Enigma“! Jetzt verklagt der ehemalige Chart-Gigant musikalische Trittbrettfahrer, die an seinem Erfolg mitverdienen wollen.

Seine frühere Ehefrau Sandra machte Cretu mit dem Charterfolg „Maria Magdalena“ 1985 zu Deutschlands Popstar Nummer eins. Er arbeitete mit Hubert Kah (65, „Sternenhimmel“) und Peter Schilling (70, „Major Tom“) zusammen. Ab den 90er Jahren feierte er als kreativer Kopf hinter dem Studioprojekt „Enigma“ („Sadeness“) weltweit Erfolge und machte Choralgesänge populär: Nummer 1 in 41 Ländern, über 70 Mio. verkaufte Tonträger!

Enigma-Tribute-Band gibt sich als Original aus

In den vergangenen Jahren hat sich der Künstler weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Doch jetzt hat er vor dem Münchner Landgericht gegen musikalische Trittbrettfahrer geklagt. Cretu will einer Tribute-Band verbieten, international als „Original Enigma Voices“ aufzutreten.

Er forderte Unterlassung, „da die Beklagte unter dem Zeichen ,Original Enigma Voices‘ Musik von Enigma weltweit in Konzerten vertreibt. Der Kläger wendet sich gegen die Zeichenverwendung wegen Verwechslungsgefahr“, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Auf ihrer Homepage schreibt die Formation: „Erleben Sie die zeitlose Magie der Musik von Enigma.“ Teil der Band seien Sänger, die auf einigen bekannten Enigma-Songs zu hören seien. Die Anwälte der Formation erklärten im Prozess: „Die Fans kommen, um die Musik zu hören. Und nicht, um Herrn Cretu zu sehen. Er ist mit dem Projekt auch nie aufgetreten.“

Cretu selbst kam nicht zur Verhandlung. Die Anwälte des Hit-Giganten trugen aber vor: „Der gemeine Fan denkt, dass die Gruppe natürlich etwas mit Michael Cretu zu tun hat. Diese Künstler waren damals aber nur Gastsänger des Projektes.“ Der Produzent habe zudem „nie Interesse an einer Zusammenarbeit“ mit der Formation gehabt. Außerdem sei aktuell kein einziger ehemaliger Sänger von Enigma-Songs Teil der Gruppe.

Produzent Cretu kam nicht zum Prozess

Zu den Vertretern der Tribute-Band sagten Cretus Anwälte: „Sie müssen klarmachen, dass es sich um eine Cover-Gruppe handelt.“

Auch das Gericht tendierte zu einer Verwechslungsgefahr. „Sonst könnten auch wir am Richtertisch als Enigma auftreten“, scherzte der Vorsitzende Dr. Vincent Mayr.

Bis Oktober kann nun ein Vergleich ausgehandelt werden. Cretu müsse zudem nachweisen, dass „Enigma“ in den vergangenen fünf Jahren als Marke in Deutschland genutzt wurde. 2025 seien laut seinen Juristen die Songs auf einem Streamingdienst elf Millionen Mal abgespielt worden.

Vielleicht verpasst