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Eingekreist! Ukrainer kämpfen in Grenzstadt im Donbass ums Überleben

Eingekreist! Ukrainer kämpfen in Grenzstadt im Donbass ums Überleben
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Donezk – Mitten in der Nacht zerreißen Explosionen die Stille über Kostjantyniwka. Schwere Gleitbomben schlagen ein, Häuser beben, Fensterscheiben klirren. Rund 2000 Zivilisten harren noch immer in der umkämpften Stadt in der Region Donezk aus. Sie sitzen fest. Luftaufnahmen der ukrainischen Grenzschutzeinheit „Feniks“ zeigen das Ausmaß der Angriffe. In der Stadt steht kaum ein Stein mehr auf dem anderen. Und nun könnte es noch schlimmer kommen: Die Stadt könnte eingekesselt werden.

„Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer halben Einkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist“, berichtet Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Russlands Armee versuche, die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. „Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert.“

Ukrainische Lagekarten bestätigen die Einkesselung der stark zerstörten Industriestadt von drei Seiten. Schon seit dem 4. Mai greift Putins Armee die Vororte von Kostjantyniwka an – und rückt immer weiter vor. Beobachter fürchten, dass Kostjantyniwka noch in den Sommermonaten fallen könnte. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle.

Tausende Zivilisten in der Frontregion

Für Kiew wäre das ein schwerer Schlag: Kostjantyniwka ist neben Slowjansk und Kramatorsk eine der drei wichtigsten befestigten Großstädte im Donbass. Sie sind mehr als nur Punkte auf der Landkarte, sondern bilden das Rückgrat der ukrainischen Verteidigung in den noch gehaltenen Teilen der Region. Fällt eine von ihnen, gerät die gesamte Front ins Wanken.

UND: Eine Evakuierung aus Kostjantyniwka ist hochriskant – denn Menschen können nur zu Fuß über eine Straße flüchten, die nur durch ein löchriges Netz vor Drohnenangriffen schützt.

180.000 Zivilisten harren in Donezk aus

In Donezk leben auch weiterhin 180.700 Zivilisten im von den ukrainischen Behörden kontrollierten Gebiet – darunter 11.224 Kinder. Seit Beginn der Invasion in die Ukraine wurden nach ukrainischen Angaben mehr als 1,3 Millionen Menschen evakuiert. Die Region steht seit Langem unter ständigem Beschuss russischer Besatzungstruppen.

Die Führung in Kiew sprach zuletzt zwar davon, den russischen Vormarsch aufgehalten und Gebiete zurückerobert zu haben. Doch selbst ukrainische Karten zeigen ein Vorrücken russischer Truppen, wenn auch langsamer als in den Wintermonaten.

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