Buenos Aires – Sogar der Präsident gibt alles für den WM-Titel! Eigentlich ist es üblich, dass Staatsoberhäupter der Finalisten zum Spielort reisen, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Argentiniens Staatschef Javier Milei (55) verzichtet darauf. Der Grund: Sein Aberglaube verbietet es ihm. Bis jetzt hat Milei die Albiceleste immer aus seiner Präsidentenresidenz in Buenos Aires verfolgt. Das hat Glück gebracht, also bleibt beim Finale (Sonntag, 21 Uhr, ZDF/MagentaTV und im Liveticker bei Bild.de) alles so, wie es war!
Milei bleibt beim Kälte-Ritual
„Unter keinen Umständen“ werde er sein Glücksritual brechen, die WM-Partien von der Präsidentenresidenz in Buenos Aires aus zu verfolgen, sagte Milei dem argentinischen Radiosender El Observador. Doch der Aberglaube wird noch verrückter: Im aktuellen argentinischen Winter heizt Javier Milei nicht und trägt bei den Spielen eine dicke Jacke des argentinischen Ölkonzerns YPF. Er habe das Kleidungsstück beim Viertelfinale seines Landes gegen die Schweiz, das Argentinien mit 3:1 gewann, erstmals getragen. „Als ich sie auszog, haben wir ein Gegentor kassiert, also zog ich sie wieder an und habe sie seitdem nicht mehr ausgezogen“, fügte er hinzu.
Präsident Milei ist mit seinem Aberglauben und seinen Ritualen ein typischer Argentinier. Die Südamerikaner sind insbesondere beim Fußball unglaublich verrückt. Abergläubische Rituale, in Argentinien als „Cábalas“ bekannt, gehören für viele Fans zur Fußballkultur. Die Cábalas dienen dazu, die Angst und Unsicherheit zu lindern, die mit Ereignissen einhergehen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen – wie beispielsweise ein Fußballspiel. Sie vermitteln die Illusion, einen Einfluss auf das Unvorhersehbare zu haben.
Argentinien: Glaube und Fußball verschmelzen
Religiöser Glaube und Aberglaube sind in diesen Ritualen oft miteinander verflochten. Im Vorfeld der WM bat Lionel Messi (39) Gott um Schutz, während der Journalist Walter Queijeiro ein Modell seiner Fußballschuhe von Adidas – genannt „El Último Tango“ – zur Segnung in die Basílica de Luján brachte, eine der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsstätten Argentiniens.