Tore, Fouls, Elfmeter? Im ersten Talk zur Fußball-WM nutzten Markus Lanz (57) und Co. völlig neue Fachbegriffe: Bromance, oder Fantastilliarden. Und das übliche Trump-Bashing fiel plötzlich deutlich milder aus. Zum Fifa-Friedenspreis für den US-Präsidenten etwa sagte „Handelsblatt“-Redakteurin Annett Meiritz (44): „Man muss verstehen, wo Trump herkommt und was seine Fans von ihm wollen. Gold finden sie super. Sie finden ihn nicht peinlich, wenn er da steht mit seiner Medaille. Er kann auch die Flagge umarmen und seltsam zu YMCA tanzen. Seine Fans finden das authentisch, weil Donald Trump glaubhaft machen kann, dass das nicht nur eine Inszenierung ist, sondern dass er sich wirklich für den Sport interessiert.“
Ein Foto Trumps mit Fifa-Chef Gianni Infantino (56) kommentierte die Journalistin sinnig: „Wenn man den Begriff ‚Bromance‘, also die Romance zwischen zwei Brothers, auspackt, dann ist das eigentlich die Bromance nicht nur des Jahres.“ Prompt fragte Lanz sie nach Trumps neuem Ballsaal im Weißen Haus: „Alles mit viel Gold und Lametta. Hilft ihm diese Gigantomanie?“, wollte er wissen.
„Wir haben in den nächsten vier Wochen den perfekten Sturm“
„Donald Trump wusste schon immer Gigantomanie und Show für sich zu nutzen“, antwortete Meiritz und kündigte Größeres an: „Wir haben in den nächsten vier Wochen den perfekten Sturm, fast jede Woche riesige Veranstaltungen, auch eine große Trump-Rallye, eine Massenkundgebung im Herzen von Washington. Alles zeitgleich, auch die Mixed-Martial-Arts-Kämpfe, da ist er ein großer Fan, inszeniert vor dem Weißen Haus. Er weiß, dass Sport einer der wenigen Orte in Amerika ist, wo es noch nicht so polarisiert. Für seine Fans ist es das Größte, wenn sie ihn da aufmarschieren sehen.“
„Donald Trump braucht das. Er braucht den Streit“
Und dass der US-Präsident zuletzt in New York beim Basketball ausgepfiffen wurde? „Das ärgert ihn nicht“, glaubt die Journalistin, denn: „Donald Trump braucht das. Er braucht den Streit. Er braucht den Widerstand. Und wenn ihm das nicht gefällt, dann deutet er es einfach um. Er wurde gefragt, wie fanden Sie das, als er ausgebuht wurde, und da hat er gesagt: Wieso, da war doch gar kein Buhruf, die waren doch alle glücklich.“
SZ-Sportjournalist Thomas Kistner (68) staunte vor allem über die neuen Rekord-Umsätze der Fifa: „Da sind eigentlich nur noch Zahlen im Raum, die man so aus einem Donald-Duck-Comic kennt, also Fantastilliarden.“
„Da gibt es jemanden, der fast so wirkt wie eine Comic-Figur“, fasste Lanz zusammen, „der sich auch so inszeniert, und da ist ganz viel Lametta, aber das ist Show. Seine Leute in den Südstaaten sagen: Er hat geliefert. Er hat das Chaos an der Grenze in den Griff gekriegt. Und die Wirtschaft hat ein so robustes Wachstum, dass ich sagen würde: Wenn wir nur im Ansatz bei diesen Zahlen wären, zwischen drei und vier Prozent, dann würden wir in Berlin aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskommen.“