München – Jetzt trifft der große Stellenabbau auch BMW. Der Autobauer will weltweit rund 8000 Jobs streichen. Der Großteil davon dürfte in Deutschland wegfallen. Der Abbau soll über natürliche Fluktuation sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland erfolgen, bestätigte BMW gegenüber BILD.
Knapp 50.000 Beschäftigte sollen ein Abfindungsangebot erhalten. Das Programm richtet sich ausschließlich an Mitarbeiter außerhalb der direkten Produktion, vor allem in Verwaltung, Forschung, Entwicklung, Planung und Management. Es soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen. Wie viele Beschäftigte das Angebot annehmen und welche Standorte dadurch besonders betroffen sein werden, ist offen. Über die Höhe des Abfindungsbudgets wird noch entschieden. Sobald das vorgesehene Geld aufgebraucht ist, endet das Programm. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
Die Höhe der Abfindungen soll sich nach Einkommen und Betriebszugehörigkeit richten. Allein in diesem Jahr plant BMW dafür offenbar einen dreistelligen Millionenbetrag ein. Wie viel im kommenden Jahr hinzukommt, ist noch offen.
BMW-Chef kündigt tiefen Umbau an
Wie Teilnehmer der Betriebsversammlung berichten, stimmte BMW-Chef Milan Nedeljkovic (57) die Belegschaft auf harte Veränderungen ein. Die Spielregeln der Autoindustrie hätten sich „substanziell“ verändert. Deshalb müsse BMW seine Strukturen und Prozesse „schnell und konsequent“ verschlanken und die Kosten deutlich senken. Der Umbau soll auch die Führungsetagen erfassen. „Wir werden auf allen Managementebenen Organisationseinheiten zusammenführen“, kündigte Nedeljkovic an. BMW müsse wieder profitabler und wettbewerbsfähiger werden.
BMW kann der Krise nicht mehr davonfahren
Der Sparkurs hatte sich bereits abgezeichnet. Nedeljkovic hatte erst im Mai den Chefposten von Oliver Zipse übernommen. Nur ein Monat später schockte BMW seine Anleger und Mitarbeiter mit einer deutlichen Gewinnwarnung. Absatz und Gewinn dürften 2026 niedriger ausfallen als bislang erwartet.
Damit hat die Krise der deutschen Autoindustrie nun auch BMW erreicht. Lange kamen die Münchner besser durch die Flaute als Volkswagen, Mercedes, Audi oder Porsche. Doch auch BMW leidet unter dem schwachen China-Geschäft, dem wachsenden Preisdruck, US-Zöllen und hohen Entwicklungskosten.