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Vierfacher Mord an Tankstelle in Italien: Erntehelfer im Wagen verbrannt

Vierfacher Mord an Tankstelle in Italien: Erntehelfer im Wagen verbrannt
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Amendolara (Italien) – Bilder des Grauens von einer Tankstelle nahe dem italienischen Amendolara! Zwei Männer pumpen Sprit in den Innenraum eines Minivans, halten die Türen zu. Dann zünden sie ihn an. Der Fiat Ulisse beginnt wild zu schwanken, denn es befinden sich weitere Personen darin. Vier der fünf Insassen versuchten vergeblich, sich zu befreien – nur einer entkam.

Überwachungskameras hielten den vierfachen Mord am 1. Juni gegen 13 Uhr mit allen schrecklichen Details fest. Italienische Nachrichten zeigen die Clips aus der 3000-Einwohner-Gemeinde im Süden des Landes immer wieder. Bekannt ist bereits, dass es sich bei den Opfern um Ismat, Fazal, Waseem und Safi handelt: vier Erntehelfer aus Afghanistan und Pakistan, die bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Nur Taj A. (35) überlebte, schwer verletzt. Er konnte das Heckfenster zertrümmern und sich noch nach draußen retten.

Mutmaßliche Mörder von „Landarbeiter-Mafia“

In der süditalienischen Region von Kalabrien werden vor allem Orangen, Mandarinen und Erdbeeren angebaut. Die Arbeitsbedingungen für laut Schätzungen landesweit rund 200.000 Migranten in der Landwirtschaft gelten als ausgesprochen schlecht. Ihr Stundenlohn beträgt häufig nicht mehr als drei Euro.

Hinter den Morden soll Berichten zufolge eine Art „Landarbeiter-Mafia“ stecken, die streng organisiert ist und Verbindungen zu Italiens mächtigster Verbrecherorganisation hat: der 'Ndrangheta. Um die Anwerbung der Billiglöhner kümmern sich demnach sogenannte Capos: meist Migranten in etwas höherer Position. Anhand der Videos konnten bereits zwei Männer aus Pakistan als mutmaßliche Mörder identifiziert werden.

Vor der Tat soll es mehrfach Streit gegeben haben

Beide sitzen in U-Haft, werden auch von dem Überlebenden belastet. Er und die Opfer seien in einem Matratzenlager in einem kleinen Bauernhaus untergebracht gewesen, sollten 45 Euro pro Tag bekommen. „Wir verlangten jeden Tag unsere Bezahlung. Aber sie haben immer eine Ausrede gefunden. Und für die Fahrt zur Arbeit fünf Euro von uns verlangt. Fünf Euro hin, fünf Euro zurück“, berichtet Taj A.

Am Tattag habe es mehrfach Streit mit den Capos gegeben. „Sie wollten uns eine Lektion erteilen, den Landarbeitern hier in der Region klarmachen, dass Befehle nicht diskutiert werden“, vermutet er. Auch die Ermittler in Italien gehen davon aus, dass ein Exempel statuiert wurde. Sie überprüfen zudem noch einmal einen vergleichbaren Fall aus dem letzten Jahr mit vier verbrannten Indern.

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