Washington – Es wirkt wie eine echte Leidenschaft von Donald Trump (80): der Umbau Washingtons! Amerikas Hauptstadt soll grandioser, hübscher, monumentaler werden. Der US-Präsident beruft sich dabei gern auf seine Vergangenheit als Bauherr. Und er will sein Erbe in Stein meißeln. Immer wieder betont Trump: Die Kosten seien durch großzügige Geschenke privater Investoren abgedeckt. „Kein Cent“ Steuergeld sei nötig.
Doch jetzt recherchierte die „New York Times“: Trumps Monumenten-Manie soll am Ende mehr als 1,2 Milliarden Dollar kosten! Wie viel davon der Staat trägt, ist noch unklar. Insgesamt 18 Bauprojekte wurden in Trumps zweiter Amtszeit gestartet. Bei einigen geht es längst nicht mehr nur um Kosten: Renovierungen scheitern, Gerichte streiten, Korruptionsvorwürfe werden laut.
Der Ballsaal
Anstelle des Ostflügels des Weißen Hauses klafft unter zwei Baukränen derzeit ein riesiges Loch. Dort fließt Beton in den Keller von Trumps Mega-Ballsaal-Projekt. Der Tanz-Tempel soll 400 Millionen Dollar kosten. Ein darunter geplanter Hochsicherheitsbunker noch einmal so viel. Trump verweist beim Ballsaal auf private Investoren. Doch bisher wurden nur Spendernamen veröffentlicht, keine Summen. Für den unterirdischen Schutzraum und ein neues Kommandozentrum wurden schon 350 Millionen Dollar vom Secret Service abgezweigt. Unklar ist, woher die restlichen 50 Millionen für den Bunker kommen sollen.
Pool-Debakel: Giftgrün statt Flaggen-Blau
Zum großen Sommertheater wurde die Renovierung des „Reflecting Pool“ vor dem Lincoln Memorial. Trump schwärmte anfangs noch vom Schimmern der Wasseranlage in US-Flaggen-Blau. Jetzt ist das Wasser wegen einer Algenblüte grün. Die Kosten explodierten von 1,8 Millionen auf 16,4 Millionen Dollar. Für die Reinigung des Wassers wurde ausgerechnet die Firma eines Trump-Bekannten ohne Ausschreibung beauftragt.
Goldene Statuen, sprudelnde Brunnen
Weitere Renovierungen sorgen für Aufsehen: 40 Millionen Dollar sind für den Heldenpark „National Garden of American Heroes“ mit lebensgroßen Statuen von 250 berühmten Amerikanern veranschlagt. In die Renovierung des Kennedy Centers steckt die Regierung 250 Millionen Dollar. Trump ließ sogar seinen eigenen Namen an der Kulturinstitution anbringen. Nach einem Gerichtsbeschluss wurde er wieder abmontiert.
Für die Vergoldung von Statuen nahe der National Mall sind 5,1 Millionen Dollar vorgesehen. Vier große Figuren sollen mit 23,75-karätigem Blattgold überzogen werden. Trump ist auch auf Brunnen fixiert: Acht Wasseranlagen sollen für 58 Millionen Dollar wieder sprudeln.
Triumphbogen als „Arc de Trump“ verspottet
Der Bauwahn von Trump kennt kaum Grenzen. 15 Millionen Dollar Steuergeld stecken bereits in einem geplanten Triumphbogen – wie der Pariser Arc de Triomphe, nur höher. Allein die Umweltprüfung kostete 500.000 Dollar. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt. Wie viel davon tatsächlich privat gespendet wird, bleibt unklar.
Trump verkauft seine Bauwelle als privat finanzierte Prestigeprojekte, mit denen Washington zum 250-Jahre-Geburtstag der USA glänzen soll. Doch am Ende blechen offenbar auch die Steuerzahler.