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Diakonie schmeißt AfD-Kandidatin raus: Streit um Wahl in Niedersachsen

Diakonie schmeißt AfD-Kandidatin raus: Streit um Wahl in Niedersachsen
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Jever (Niedersachsen) – Dieser Fall sorgt für politischen Wirbel: Ein kirchlicher Träger hat nach 15 Jahren eine Mitarbeiterin gefeuert, weil sie für die AfD kandidiert. Konkret geht es um die „Mission:Lebenshaus gGmbH“, die sechs Hospize betreibt und eine hundertprozentige Tochter der Bremer Inneren Mission ist.

Die AfD-Kandidatin heißt Martina Müller und hatte selbst über soziale Medien die Kündigung öffentlich gemacht. Zuvor hatte sie bereits eine Abmahnung kassiert. Ihr Arbeitgeber forderte sie anschließend auf, binnen einer Woche schriftlich von ihrer Kandidatur für die Kommunalwahl in Niedersachsen am 13. September zurückzutreten, berichtet die WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer). Dem kam Müller offenbar nicht nach – und flog raus.

Müller ist Spitzenkandidatin der Rechtspopulisten für den Kreistag Friesland und den Gemeinderat Wangerland und war sogar 1. Vorsitzende ihrer Mitarbeitervertretung in Jever. Die Kreisstadt liegt bei Wilhelmshaven, hat rund 15.000 Einwohner. Müller kündigte an, nun „alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel auszuschöpfen“.

Kandidatur laufe Grundwerten der Kirche zuwider

Die Einrichtung bestätigte die Kündigung. Die Begründung: „Nach unserer Auffassung steht die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie. Dabei geht es ausdrücklich nicht um parteipolitische Erwägungen. Entscheidend ist für uns die Frage, ob öffentliches Handeln mit den Loyalitätsanforderungen vereinbar ist, die für Mitarbeitende in kirchlich-diakonischen Einrichtungen gelten.“

Weiter heißt es: In den Einrichtungen könnten Menschen darauf vertrauen, dass Mitarbeiter ihnen mit Achtung und Empathie begegneten und unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung, sozialem Status oder persönlicher Lebenssituation für ihre Würde und ihre Rechte einträten.

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