Wieder einmal blamiert sich Deutschland bei einer Weltmeisterschaft. Zum dritten Mal in Folge ist die Nationalmannschaft nur Zuschauer, wenn das Turnier mit dem Achtelfinale in die heiße Phase geht. Nach dem peinlichen 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den krassen Außenseiter Paraguay stellt sich die Trainerfrage: Bleibt Julian Nagelsmann Bundestrainer oder trennt sich der Deutsche Fußball-Bund vom 38-Jährigen?
Nagelsmann reagierte auf die naheliegende Frage sowohl bei MagentaTV als auch im ZDF leicht zickig: „Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, dann muss man mir das sagen. Ich möchte weitermachen. Im Fußball hat man nicht alles selber in der Hand. Wenn der DFB es möchte, bereite ich das Team auf die EM und die Nations League vor. Wenn nicht, dann sollen sie es mir sagen.“
Als Nagelsmann das Interview beendet hatte, übernahm bei MagentaTV wieder Johannes B. Kerner das Kommando und fragte seinen Experten Jürgen Klopp ganz direkt: „Willst du denn Bundestrainer werden?“
„Nicht der Tag, an dem ich über die Personalie Jürgen Klopp nachdenke“, sagt Klopp
Der 59-Jährige antwortete diplomatisch. „Ich habe darüber noch nicht nachgedacht. Das ist das Unangenehmste. Ich bin der einzige, der das schon hundert Mal erlebt hat. Am Tag nach einem großen geplatzten Traum, vergleichbar mit einem Champions-League-Finale, dazustehen und die richtigen Worte zu finden. Ich verstehe das, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, dass da irgendwie mein Name genannt wird, aber es ist nicht der Moment. Und vor allem nicht mit mir“, sagte Klopp.
So viele Dinge müssten angeschoben werden und dafür sei jetzt der richtige Zeitpunkt: „Nur dafür ist die Situation genau die richtige. Wir waren Fußball-Deutschland. Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir jetzt ran an die Nummer, und zwar richtig. Ich habe einen Job, der kein Halbtagsjob ist. Heute ist nicht der Tag, an dem ich über die Personalie Jürgen Klopp nachdenke. Es gibt keinen Grund, auf die Mannschaft draufzuhauen. Julian hat recht, die Mannschaft wollte, sie konnte in einzelnen Bereichen nicht.“
Von Rudi Völler bekam Nagelsmann Rückendeckung. Eine Jobgarantie wollte der DFB-Sportdirektor dem Bundestrainer aber auch nicht geben. „Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen. Aber ich bin nicht der DFB alleine. Ich habe das nicht alleine zu entscheiden. Aber von meiner Seite aus, finde ich, dass Julian, ich weiß das auch, ich habe schon mit ihm gesprochen, dass er ein Kämpfer ist, dass er sich nach einer bitteren Niederlage schnell gesammelt hat und wieder angreifen will“, sagte Völler.