Teheran – Sechs Tage dauert die Trauerfeier für Ober-Mullah Ali Chamenei, der zu Beginn des Iran-Kriegs (28. Februar) mit 86 ausgeschaltet von Israel und den USA ausgeschaltet wurde. Jetzt macht die iranische Führung aus der Staatstrauer eine riesige Polit-Show. Auch ausländische Staatsgäste sind zugegen und machen dem verstorbenen Ajatollah ihre Aufwartung. Sind die Besucher muslimisch, lassen die Mullahs sie wissen, was sie von ihnen halten – indem sie ihnen passende Koran-Verse um die Ohren hauen!
Saudi-Arabien – eigentlich Erzfeind der Mullahs in der Region – entsandte dennoch Repräsentanten zur Zeremonie. Als Vize-Außenminister Waleed bin Abdulkarim zum Schrein erscheint, ertönt ein Vers über Ungläubige, die Gläubigen im Kampf gegenüberstehen. „Es gab wahrlich ein Zeichen für euch in den zwei Heeren, die sich in der Schlacht trafen: das eine kämpfte auf dem Weg Gottes, das andere ungläubig. Die Gläubigen sahen ihren Feind doppelt so zahlreich. Doch Gott unterstützt mit Seinem Sieg, wen Er will. Darin liegt wahrlich eine Lehre für die Leute des Verstehens“. Eine kaum verhohlene Rüge an die Saudis, die dem US-Militär Landeerlaubnisse auf ihrem Gebiet erteilt hatten.
Auch die libanesische Regierung (hat gerade ein Rahmenabkommen inklusive Friedensfahrplan mit Israel unterzeichnet) bekam eine maßgeschneiderte Botschaft zu hören, die sich laut der prominenten iranisch-amerikanischen Freiheitsaktivistin Masih Alinedschad auf „hört auf, Ausreden zu machen“ verkürzen lässt.
Die von den Mullahs unterstützte Terror-Miliz Hisbollah, die von Israel bei Kämpfen im Libanon in den vergangenen zwei Jahren stark geschwächt, aber nicht komplett besiegt wurde, bekam dagegen lobende Worte aus dem heiligen Buch der Muslime: „Zögert nicht und verzweifelt nicht, denn ihr werdet die Oberhand haben, wenn ihr wahrhafte Gläubige seid.“
Maßgeschneidert waren auch die Koran-Verse für andere Terror-Gruppen, die das Iran-Regime aktiv unterstützt. Die Hamas (Gazastreifen) bekam den Vers „Eure Toten haben ihren Bund erfüllt. Die Übrigen warten auf ihre Reihe.“ Der Palästinensische Islamische Dschihad hörte: „Dass Allah dir mit einem gewaltigen Sieg helfe.“ Die Huthis (Jemen) erhielten koranische Ermunterung: Sie seien „Gläubige, die kämpften und nie schwach wurden.“
Die Türkei hatte sich zuletzt Israel gegenüber verbal noch weiter radikalisiert. Außenminister Hakan Fidan nannte den jüdischen Staat in einem Interview „Geißel der ganzen Menschheit“. Die Mullahs quittierten dies auf der Trauerfeier mit folgendem Koran-Vers: „Gott hat jene, die mit ihrem Reichtum und ihrem Leben streben, über jene erhöht, die zurückbleiben. Gott hat jedem einen schönen Lohn verheißen, doch den Streitenden wird ein weit besserer Lohn zuteil als den anderen.“
Der prominente Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, hatte eine profane Botschaft an die ausländischen Delegationen bei der Trauerfeier. Er schrieb auf X: „Iran trauert nicht um Chamenei. Iran trauert um mehr als 40.000 ihrer Söhne und Töchter, die am 8. und 9. Januar von Chamenei (…) und ihrer Repressionsmaschinerie abgeschlachtet wurden.“