Hamburg – Die Nacht ist überstanden, doch Entwarnung gibt es noch nicht! Tief „Manja“ fegte über den Norden, brachte Sturm und Sturmflut. Größere Schäden blieben aber aus. Heute könnte das Wasser erneut steigen, besonders in tief gelegenen und elbnahen Bereichen. Für Mittag gilt eine neue Sturmflutwarnung.
Die Polizeileitstellen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern meldeten nur wenige größere Einsätze. Schwere Unfälle blieben aus, Verletzte gab es nicht. Die Feuerwehren kümmerten sich vereinzelt um überschwemmte Straßen und Parkplätze sowie um umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste.
Hamburger Fischmarkt unter Wasser
Die Feuerwehr in Hamburg hatte die Lage im Blick und war vorbereitet, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. In der HafenCity war eine Autofahrerin in einer überfluteten Eisenbahnunterführung stecken geblieben. Das Wasser stieg so hoch, dass ihr VW schließlich komplett unter Wasser stand. Die Frau kletterte auf das Autodach und wurde von Feuerwehrleuten gerettet. Sobald das Wasser abgelaufen ist, soll der Wagen von einem Abschleppdienst geborgen werden. Wie erwartet stand zudem der Altonaer Fischmarkt unter Wasser.
„Mein Schiff 3“ kracht in Containerschiff
Auch in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Cuxhaven versanken Parkplätze in den Fluten. Im nordfriesischen Dagebüll zeigten Videoaufnahmen peitschende Wellen und überspülte Straßen am Ufer. In Bremerhaven legte der Kreuzfahrtriese „Mein Schiff 3“ trotz stürmischen Wetters ab. Am Containerterminal geriet das Schiff dann offenbar in Schwierigkeiten. Starke Windböen erfassten es. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Frachter. Nach BILD‑Informationen riss dabei die Bordwand des Frachters auf.
Hausdach stark beschädigt
Dramatisch wurde es auch in Elsfleth (Landkreis Wesermarsch): Die Feuerwehr befreite eine eingeschlafene Person aus einem von Hochwasser umspülten Auto. Sie blieb unverletzt, war aber etwas unterkühlt. In Meldorf (Kreis Dithmarschen) wurde ein Hausdach stark beschädigt. Aus Mecklenburg-Vorpommern meldeten die Polizeileitstellen keine größeren Vorkommnisse.
Es ist noch nicht ganz vorbei: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte vor einer neuen Sturmflut am Mittag und Nachmittag an weiten Teilen der Nordseeküste.
Fährverbindungen eingeschränkt
Zu einigen Inseln sind die Fährverbindungen am Montag eingeschränkt:
- Helgoland: Die Verbindungen ab Cuxhaven mit MS Helgoland und Nordlicht sind komplett gestrichen.
- Halligen: Der Fährverkehr von und zu den Halligen ist vollständig eingestellt.
- Föhr und Amrum: Nicht komplett eingestellt, aber Fahrplanänderungen. U.a. fallen die Abfahrten um 9.30 Uhr nach Föhr und 12.05 Uhr nach Dagebüll aus. Andere Fahrten wurden verschoben oder ergänzt.
- Baltrum: Nach aktueller Mitteilung sollen die Linienfahrten voraussichtlich stattfinden. Die Reederei warnt aber vor kurzfristigen Änderungen. Die Zufahrt zum Hafen Neßmersiel ist noch beeinträchtigt.
- Norderney: Hier gibt es einzelne Ausfälle. Im aktuellen Fahrplan sind mehrere Verbindungen ab Norddeich bzw. Norderney als ausgefallen markiert, spätere Fahrten sind jedoch vorgesehen.
- Langeoog: Einzelne Fahrten fallen aus.
- Wangerooge: Fährverkehr eingestellt.