Die Entscheidung über den weiteren Kriegsverlauf liegt nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eindeutig bei Russlands Staatschef Wladimir Putin. Es habe bereits mehrfach Signale aus Moskau über mögliche Gespräche gegeben, doch seien diese immer wieder verstummt, sagte er dem britischen Senders Sky News. »Man versteht manchmal nicht, was die Russen wirklich wollen«, sagte Selenskyj. Putin wolle »diesen schrecklichen Krieg gewinnen«, allerdings erkenne er zuletzt, dass seine Truppen die Initiative auf dem Schlachtfeld verloren hätten. Alle Entscheidungen über das weitere Geschehen hingen »zu 100 Prozent« von ihm ab, sagte Selenskyj.
Die Ukraine wehre sich weiter mit immer neuen Waffen, fügte der Präsident hinzu. Auch wenn die Ukraine in mehr als vier Jahren Krieg von den USA weniger Waffen erhalten habe, als vor kurzem in Nahost verbraucht worden seien, stehe das Land nicht wehrlos da. »Wir haben gelernt, wie man lebt und überlebt«, sagte er: »Wir wollen nicht einfach still sterben.«
Selenskyj bittet um Luftabwehrraketen
Zu den Drohnenfähigkeiten seines Landes sagte Selenskyj: »Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt und produziert. Jetzt antworten wir, und zwar gegen militärische Ziele und gegen Energieobjekte.« Zugleich bat er Großbritannien um zusätzliche Raketen für die Flugabwehr. Ein weiteres Thema sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen, sagte Selenskyj nach einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer in London.
Die drei Staaten riefen Putin zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des Krieges auf. Ausgangspunkt dafür solle die derzeitige Frontlinie in der Ukraine sein. Ein weiteres Thema der Gespräche sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen. Bei möglichen Gesprächen mit Russland würde Selenskyj eine Beteiligung der USA und Europas befürworten. »Aber ich bin auch zu bilateralen Gesprächen (mit Putin) bereit«, sagte er. »Und nicht in Moskau, nicht in Kiew und auch nicht in Minsk.«