Winston-Salem – Bye, bye, Chicago – hello, Winston-Salem! Am Montag geht es für die DFB-Stars im Flieger weg von der Millionenmetropole am Lake Michigan und ab ins WM-Quartier in die 250.000-Einwohner-Stadt Winston-Salem mitten in North Carolina.
BILD war schon am Tag vor der Ankunft im deutschen WM-Quartier und schaute sich am Mannschaftshotel und auf dem Trainingsgelände der deutschen Nationalelf um.
Das Teamhotel „Graylyn Estate“ liegt halb versteckt in einem großen Park. Die Zufahrt zum Hotel wird schon streng bewacht. Das Gebäude selbst erinnert optisch an eine mittelalterliche Burg und verfügt über 85 individuell gestaltete Zimmer, die über das gesamte 55 Hektar große Anwesen verteilt sind. Österreich-Star Konrad Laimer hatte zuletzt gescherzt, das deutsche Team sei in „Hogwarts“.
Drinnen ist aber alles schon hübsch angerichtet fürs DFB-Team. Das Gebäude wurde vor fast 100 Jahren zunächst als Privatanwesen errichtet, heute besitzt und betreibt es die benachbarte Universität. Auf dem nur wenige Minuten entfernten Gelände der „Wake Forest University“ wird die Nationalelf während der WM auch trainieren. Zu Fuß bräuchten die Spieler wohl etwas zu lange, mit dem Fahrrad kann man aber durch einen Wald radeln und wäre in rund 10 Minuten da.
Der Weg vom Hotel zum Platz und zurück ist mit zahlreichen Schildern in schwarz-rot-goldenen Farben und deutscher Beschriftung gekennzeichnet. Überhaupt strahlt auf dem ganzen sehr sauberen und schicken Uni-Gelände ganz viel Schwarz-Rot-Gold: Der Sichtschutz um die Trainingsplätze ist in Deutschland-Farben, direkt nebenan am Medien-Center hängt ein riesengroßes Plakat: „Willkommen“.
Und auch ein deutscher Gruß an die Einwohner wartet schon, vorm Trainingsplatz steht in riesigen Lettern: „Danke, Winston-Salem“. Schon eine Vorbereitung fürs erste öffentliche Training am Montag um 18 Uhr Ortszeit, bei dem rund 3000 Besucher erwartet werden.
Das Uni-Gelände dürfte vielen Spielern gefallen. Es gibt ein paar kleine Cafés und ein paar Fast-Food-Läden, dazu viele Grünflächen. Gerade erst hatte ja Ex-Kapitän Ilkay Gündogan (35) im BILD-Interview über die Turnier-Quartiere gesagt: „Manche mögen es schon, mal rauszugehen aus dem Quartier, vielleicht auch mal ein bisschen Freizeit zu haben für ein paar Stunden. Wenn sie sich dann selbst mal in ein Café setzen können. Einfach mal andere Menschen sehen, andere Orte sehen.“ Die Downtown von Winston-Salem mit Bars und Cafés ist etwa 10 bis 15 Minuten mit dem Auto entfernt.
Direkt rund ums Teamhotel wird es schon etwas schwieriger, etwas zu erleben. Da gibt es vor allem klassische amerikanische Einfamilienhäuser mit großen Vorgärten. Fast nebenan wartet ein einsames Steakhaus namens „Fratellis Italian Steakhouse“. Lustig: Neben der Eingangstür steht ein überdimensionaler Bulle aus Kunststoff. Der begrüßt quasi die Spieler beim Vorbeifahren.
Falls ein paar Stars mal kulturelle Ablenkung brauchen, gibt es fast gegenüber vom Hotel das „Reynolda House Museum of American Art“, ein nettes, kleines Museum in einer historischen Villa mit schönem Park und angelegten Gärten drumherum. Ebenfalls fußläufig erreichbar ist die „Reynolda Church“, eine kleine weiße Kirche. Falls jemand göttlichen Beistand für die WM braucht...
Klar ist: Rund um die „Hogwarts“-Burg ist es ganz anders als noch im wuseligen Chicago. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob hier der Weltmeister-Teamgeist wie 2014 im Campo Bahia entsteht. Oder ob Winston-Salem am Ende doch eher für ein weiteres verpatztes Turnier steht – wie die Quartiere Watutinki 2018 in Russland und Zulal 2022 in Katar.