Berlin – Brisanter Botschaftsbesuch von AfD-Mann Jörg Urban! Sachsens AfD-Partei- und Fraktionschef tauchte am Donnerstag in der Russen-Botschaft in Prag auf. Und das nur wenige Tage nach seiner Teilnahme beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg – Putins Propaganda-Gipfel mitten im Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Was wollte Urban in der Russen-Botschaft? Die AfD-Fraktion selbst erklärt auf BILD-Anfrage: „Jörg Urban war beim ‚Happy Russia Day‘ in der Botschaft eingeladen, an dem zahlreiche internationale Diplomaten und Gäste teilnahmen.“ Dabei sei es auch darum gegangen, die neue russische Botschafterin in Tschechien kennenzulernen. Demnach sei Urban in seiner Rolle als Fraktionschef nach Prag gereist.
Doch genau dieser Ort wirft brisante Fragen auf. Denn: Die Russen-Botschaft in der tschechischen Hauptstadt gilt nicht als irgendeine diplomatische Vertretung. Der tschechische Sicherheitsexperte Jakub Janda sagt zu BILD: „Die Botschaft in Prag ist die zentrale Schaltstelle für russische Geheimdienstoperationen.“ Auch mit Blick auf Deutschland.
Noch deutlicher wird Janda bei der AfD. Die Partei sei ein vorrangiges Ziel russischer Geheimdienstaktivitäten. „Daher ergibt es durchaus Sinn, dass der sächsische AfD-Landesvorsitzende in die Botschaft eingeladen wird.“
Dann legt der Experte nach: „Wenn ein deutscher oder anderer europäischer Politiker russische geopolitische Ziele unterstützt, leistet er oder sie aktiv Beihilfe für ein terroristisches Regime, das in der Ukraine Hunderttausende Europäer tötet.“
Den Urban-Besuch in der Vertretung hatte zunächst das tschechische Nachrichtenportal Denikn enthüllt. Erst danach reagierte die AfD-Landtagsfraktion selbst und veröffentlichte auf X eine Erklärung: Sachsen sei auf gute Kontakte „zu allen Großmächten und in alle Welt angewiesen“.