Sie sind für viele Bergsteiger der größte Traum: das atemberaubende Massiv des Karakorum-Gebirges im Grenzgebiet zwischen Pakistan und China. Spektakuläre Gipfel liegen hier in unmittelbarer Nachbarschaft – der 8611 Meter hohe K2 (zweithöchster Berg der Welt), der Broad Peak, Gasherbrum I und II. Immer wieder kommt es in der abgelegenen Region aber zu verhängnisvollen Unfällen am Berg.
Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier verlor am Laila Peak (6096 Meter) am 28. Juli 2025 ihr Leben. Ein gewaltiger Steinschlag unterhalb des Gipfels wurde ihr zum Verhängnis. Auch nach Dahlmeiers Unglück kam es zu Todesfällen.
Die chinesische Bergsteigerin Guan Jing wurde nur zwei Wochen nach Dahlmeier am K2 ebenfalls von einem Steinschlag getroffen und kam ums Leben. Generell gibt es immer mehr Steinschlag. Hauptursache sind ungewöhnlich hohe Temperaturen und große Temperaturschwankungen. Durch schmelzendes Eis verlieren Steinbrocken die Bindung und brechen aus dem Fels. Die Gefahr ist oft schwer vorherzusehen und kann urplötzlich auftreten. Mehrere Expeditionen im Karakorum mussten zuletzt aufgrund von massiven Steinschlägen abgebrochen werden. Im Basislager des K2 sollen sogar Zelte von herunterfliegenden Steinen durchschlagen worden sein.
Auch in diesem Jahr kam es wieder zu schweren Unfällen im Karakorum. Im Februar stürzte der pakistanische Bergsteiger Shah Doulat beim Eisklettern mit einem Kunden 400 Meter in die Tiefe und konnte nur noch tot geborgen werden. Der erst 29-jährige Shah stammt aus einer Alpinisten-Familie und hatte zuvor bereits mehrere 8000er bestiegen. In diesem Jahr wollte er noch auf den K2 und zum Broad Peak.
Am K6 (7281 Meter) wurde im Juni eine französisch-schweizerische Seilschaft von einer Lawine erwischt. Der französische Skibergsteiger Guillaume Pierrel kam dabei ums Leben, zwei Kameraden überlebten. Pierrel war bekannt für extreme und spektakuläre Expeditionen auf Skiern.
Vor gut einer Woche starb der tschechische Alpinist Jaroslav Bansky am Biarchedi II (6759 Meter) nahe dem Masherbrum-Massiv. Er zählte zu den besten Bergsteigern Tschechiens. Während in einigen Berichten von einem Absturz gesprochen wird, gibt es auch Meldungen, wonach ein Steinschlag Ursache gewesen sein soll. Seine Seilpartner blieben unverletzt.