Ulm (Baden-Württemberg) – Die bekannten Markenartikel sind in Baumärkten und teils auch in Supermärkten im Sortiment. Das Unternehmen produziert so gut wie alles, was leidenschaftliche Gärtner benötigen. Dennoch hat Europas führender Anbieter für Garten-Geräte mit schrumpfenden Umsätzen zu kämpfen. Jetzt gibt es empfindliche Einschnitte.
Das Sortiment reicht vom Rasenmäher über Werkzeuge für die Baum- und Strauchpflege bis zu komplexen Systemen für die Bewässerung. Die Produkte mit den typischen Farben in Orange und Türkis kennt fast jeder.
Diese Einschnitte gibt es im Unternehmen
Eigentlich hätte schon 2023 mit der Expansion des Standorts in Heuchlingen (Baden-Württemberg) begonnen werden sollen. Dort werden unter anderem Schlauchkupplungen und Brausen aus Kunststoff produziert. Doch es kam immer wieder zu Verschiebungen, und seit Mittwoch ist klar: Gartenspezialist Gardena wird die Pläne gänzlich begraben.
„Im Rahmen einer umfassenden Neubewertung der europäischen Fertigungsstandorte optimiert Gardena sein Produktionsnetzwerk, um Effizienzsteigerungen zu erzielen und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, teilte das zur schwedischen Husqvarna Group gehörende Unternehmen mit Sitz in Ulm mit. Weil neu geplant wurde, sei der Ausbau nicht mehr nötig. Das betreffe auch die Logistik.
250 Arbeitsplätze fallen bei Gardena weg
Doch das ist nicht alles. Ein Sprecher des Unternehmens sagt auf BILD-Anfrage: „Ergänzend kann ich bestätigen, dass wir planen, bis Ende 2028 rund 250 Stellen in der Produktion unserer Standorte in Ulm, Heuchlingen und Niederstotzingen zu reduzieren.“ Dies geschehe schrittweise. Dabei gehe es aber ausdrücklich nicht um die Schließung der baden-württembergischen Standorte. Der Sprecher weiter: „Darüber haben wir die Belegschaft in Versammlungen am Dienstag informiert. Inzwischen haben die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern begonnen.“
Was der Gartengeräte-Hersteller vorhat
In Tschechien unterhält Gardena drei Standorte. Der Sprecher zu BILD: „Im Zuge der Neuaufstellung unseres Produktionsnetzwerks schärfen wir die Profile der einzelnen Werke, sodass es zu gezielten Verlagerungen von Produktionslinien kommen wird.“ Das geschehe in beide Richtungen, heiße also nicht, dass Jobs ein zu ein von Deutschland nach Tschechien verlegt würden. Maha Elkharbotly, Präsidentin von Gardena, führt aus: „Uns ist es wichtig, unser Fertigungsnetzwerk zukunftsfähig und wettbewerbsstark auszurichten und zugleich Klarheit über die Perspektiven des Standorts zu schaffen.“
Im letzten Jahr waren die Umsätze zurückgegangen, und auch der operative Gewinn sank um zwei Prozent auf rund 65 Millionen Euro. Anfang 2026 wurden „Handelszölle und anhaltende geopolitische Spannungen“ als Gründe genannt. Der Husqvarna-Konzern beschäftigt rund 2180 Menschen in Deutschland. Für Gardena sind weltweit etwa 3110 Mitarbeiter tätig.