Dresden – Weder Lokführer noch Pfefferspray konnten ihn stoppen, letzteres aber immerhin vertreiben. Ein brutaler, betrunkener Jugendlicher (16) bedrängte in einer Regionalbahn in Sachsen eine Zugbegleiterin, trat und prügelte im Anschluss hemmungslos auf den Lokführer ein.
Der junge Ukrainer war zuvor mit einem Kumpel am Haltepunkt Ottendorf-Okrilla Nord (Sachsen) über die Gleise gerannt, um die Regionalbahn RB33 zu erwischen. Die Zugbegleiterin hatte das gesehen und gefilmt. Das passte dem Ukrainer nicht. Als die Bahn wieder losgefahren war, bedrängte er die Frau. Dies wiederum bekam der Lokführer mit. Er stoppte den Zug auf dem Weg nach Laußnitz, eilte seiner Kollegin zur Hilfe.
Angreifer mit Reizgas vertrieben
Die Lage eskalierte: „Der 16-Jährige griff den Lokführer sofort massiv an, schlug ihn ins Gesicht, drückte ihn zu Boden und trat auf ihn ein“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Ein Fahrgast (23) griff ein, sprühte Pfefferspray auf den Angreifer. Der Polizeisprecher: „Durch das Reizgas erlitten der Lokführer, die Zugbegleiterin und ein weiterer Reisender Verletzungen an Augen und Atemwegen.“
Immerhin ließ aber auch der Schläger von seinem Opfer ab, sprang aus dem Zug. Weit kam er nicht. Die bereits alarmierte Landespolizei schnappte den Betrunkenen in einem nahen Waldstück. Er hatte ein verbotenes Einhandmesser dabei. Nach dem Verhör wurde er zu seiner Mutter gebracht. Sein ebenfalls betrunkener Kumpel wurde dem Jugendnotdienst übergeben.