Politik

Proteste im Iran: Teheran enthüllt tödliche Gewalt, Internet kommt zurück

Proteste im Iran: Teheran enthüllt tödliche Gewalt, Internet kommt zurück
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Teheran (Iran) – Es ist der 26. Mai. Nach 2093 Stunden kommt im Iran das Internet zurück. Natürlich nicht komplett und stabil, die Mullahs lassen die Bevölkerung nur tröpfchenweise wieder am Weltgeschehen teilhaben. Das Unterdrücker-Regime in Teheran schaltete während der landesweiten Millionen-Proteste den Menschen den Zugang zu Nachrichten und Kontakten ab. Niemand sollte sehen, wie brutal die islamistischen Schergen gegen die Protestierenden vorgingen.

Jetzt, eine Woche später, vervollständigt sich langsam, was sich bei den Massenprotesten im Januar abgespielt hat – das Grauen im Iran ist wieder sichtbar. Auf einmal sehen wir weitere Bilder mit Leichensäcken und den Mördern der Revolutionsgarde und der Basidschi, die auf ihren Motorrädern wahllos auf unbewaffnete Menschen schießen. Mehr als 40.000, so die Schätzungen, sollen während der Proteste Anfang des Jahres erschossen, erschlagen oder an ihren Verletzungen gestorben sein.

Oftmals waren die Kapazitäten für die Leichen in den Krankenhäusern völlig überlastet, sodass die Toten irgendwo gestapelt werden mussten. Vom Alghadir-Krankenhaus im Osten Teherans tauchte ein Foto auf, das die schreckliche Situation verdeutlichte. Die Leichen wurden einfach in eine Seitenstraße gelegt. Ungekühlt und nur notdürftig in Plastik oder Decken gewickelt. 36 Tote wurden in das Krankenhaus gebracht, dazu circa 150 Verletzte.

Die Proteste gehen weiter

Das Oppostionsmedium Iran International konnte neun Personen identifizieren: ein 17-jähriger Schüler, eine 19-jährige Frau, ein Vater, ein Arbeiter, ein junger Mann, der sich eine Zukunft aufbauen wollte und ein Mann, der erschossen wurde, als er einem verletzten Mädchen half. Augenzeugen berichten übereinstimmend, dass zum einen die Leichen gestapelt werden mussten, weil es so viele waren, und zum anderen, dass Mullah-Schergen drohten, das Krankenhaus komplett niederzubrennen, wenn sie nicht reingelassen werden sollten. Dass sie dabei Verletzte, Angehörige und Krankenhauspersonal umgebracht hätten, hätten sie billigend in Kauf genommen.

Menschenleben, ob jung oder alt, interessiert sie nicht. Auf ihrer Exekutionsliste steht gerade auch ein 17-jähriger Schwimmer und Boxer. Sein Verbrechen? Er hat für Freiheit demonstriert.

Vielleicht verpasst