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Plötzlich wandert ein großes Anti-DFB-Logo durchs Olympiastadion

Plötzlich wandert ein großes Anti-DFB-Logo durchs Olympiastadion

Die Fans des FC Bayern und des VfB Stuttgart haben das DFB-Pokalfinale für einen großangelegten und offenbar abgesprochenen Protest gegen den Deutschen Fußball-Bund genutzt. Kurz nach der Halbzeitpause waren in beiden Fankurven Plakate gegen den Verband zu sehen.

„Große Rivalen sind sich einig: Fick dich DFB“, stand auf einem Plakat in der Münchner Kurve. Dieselbe Botschaft war auch am Marathontor im Olympiastadion zu lesen, wo sich die Fans des VfB Stuttgart positionieren durften. Aus der VfB-Kurve hieß es dazu zum Beispiel: „Wir kämpfen gegen alles, wofür ihr steht!“ Der Protest richtete sich neben den hohen Ticketpreisen für die Partie auch gegen die aus Sicht der Fans rigide Rechtsprechung des Verbandes bei Fanvergehen. Bei den Bayern-Fans war als einer der mehreren Vorwürfe zu lesen: „Choreo vermarkten – Helfer durchs Polizei-Raster jagen.“

Dazu wurden „Scheiß DFB“-Rufe angestimmt. Die Fanlager gelten eigentlich nicht als befreundet. Beim Finale war ein Plakat in der Bayern-Kurve zu lesen, mit dem die Stuttgarter als „Hurensöhne aus Cannstatt“ begrüßt wurden. Dennoch kam es zur gemeinsamen Aktion.

Kritik der Fanszene schon vor dem Spiel

Schon vor dem Spiel hatte die Vereinigung der aktiven Fanszene des FC Bayern, „Club Nr. 12“, in einem Statement die Ticketpreise für das Spiel in Berlin kritisiert: „Mit 45 € (Fankategorie), 80 € (Kategorie 3), 150 € (Kategorie 2) und 195 € (Kategorie 1) ruft der DFB für die Eintrittskarten zum Pokalfinale einmal mehr Mondpreise auf. Betrachtet man den Stadionplan, wird deutlich, dass unverhältnismäßig große Teile des Stadions in die teuren Kategorien eins und zwei klassifiziert wurden.“

Weiter lautete die Kritik, dass es dem Verband beim Endspiel darum ginge, maximalen Gewinn zu machen. Der „Club-Nr. 12“ schrieb: „Während der DFB sonst bei nahezu jeder anderen Veranstaltung für Schüler, Studenten und einige weitere Ermäßigungen anbietet, will er beim zur Prestige-Veranstaltung stilisierten Pokalfinale maximal Kasse machen und vergisst jegliche gesellschaftliche Verantwortung.“

Als Höhepunkt des Anti-DFB-Protests wanderte ein großes, modifiziertes Logo des Verbandes durchs gesamte Stadion. Es zeigte das durchgestrichene Logo des Verbandes. Darunter waren die Worte „Kläger, Richter, Henker“ zu lesen.

Als dieses Plakat eingerollt war, verwandelten beide Kurven das Stadion in einen Rauchtopf. Sie zündeten in ihren jeweiligen Kurven massiv Pyrotechnik. „Große Rivalen sind sich einig: Freiheit für die Kurve“, war auf Plakaten nun zu lesen. Die Sicht war für Spieler und Zuschauer im Stadion mitunter extrem eingeschränkt. Das Spiel war nach dem Führungstreffer von Harry Kane für rund fünf Minuten unterbrochen. Der Stadionsprecher forderte in einer Durchsage Zuschauer mit Atemwegsproblemen oder Augenreizungen auf, sich in eine Sanitätsstation zu begeben oder an medizinisches Personal zu wenden.

Der DFB reagierte auf die Vorkommnisse. „Wir freuen uns über eine lebendige Fankultur. Diese darf aber nicht dazu führen, dass die Kurven über Spielunterbrechungen oder gar -abbrüche entscheiden. Alles Weitere werden wir im Nachgang des Pokalfinals beraten und aufarbeiten. Heute sollte der Sport im Mittelpunkt stehen“, teilte der Verband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

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