Politik

Paul Ronzheimer in der Ukraine: Was sich verändert hat

Paul Ronzheimer in der Ukraine: Was sich verändert hat
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Kiew (Ukraine) – An der Front im Osten der Ukraine kommt Russlands Invasionsarmee kaum voran. Gleichzeitig schaffen es die Ukrainer immer häufiger, Ölraffinerien, Tanklager und Nachschubwege tief in Russland anzugreifen – und den Krieg damit ins Land des Aggressors zu tragen. Russen-Diktator Wladimir Putin (73) gerät dadurch immer stärker unter Druck. Seine Antwort: Eskalation – mit Raketenterror gegen Kiew und andere ukrainische Städte.

Die Zivilbevölkerung spürt derzeit auf brutalste Weise, wie Putin auf die Fortschritte der ukrainischen Verteidiger reagiert. Dutzende Ukrainer kamen in den vergangenen Tagen durch russische Angriffe ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt.

Diese fünf Punkte bestimmen das Leben in der Ukraine

BILD-Reporter Paul Ronzheimer ist zurzeit zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder in der Ukraine. Er berichtet von dort über die neue dynamische Lage auf dem Schlachtfeld – und ihre Folgen für die Menschen in den Städten, mögliche Friedensgespräche und die Lage von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).

Seine fünf wichtigsten Erkenntnisse:

Die Ukraine hat sich durch Drohnen, Elon Musks Satelliteninternet Starlink und die Unterstützung Europas und der USA einen technologischen Vorsprung erarbeitet, der die Lage deutlich verändert hat. Viele, die vor wenigen Monaten intern in der Ukraine einen russischen Sieg im Donbas für wahrscheinlich hielten, räumen das inzwischen ein. Friedensgespräche nach den Vorstellungen von US-Präsident Donald Trump (80) und Putin, die wohl kaum mehr als einen Diktatfrieden gebracht hätten, sind vom Tisch.

Wozu das führt? Ukrainische Regierungsvertreter erwarten eine weitere Eskalation durch Putin. Niemand rechnet mit ernsthaften Friedensgesprächen. Ähnlich äußerten sich zuletzt auch russische Insider gegenüber „Reuters“.

Bei Raketenalarm geht es in den Keller

Zum ersten Mal seit Beginn der russischen Vollinvasion ist auch Reporter Ronzheimer bei nächtlichem Raketenalarm in den Keller gegangen. Die Flugabwehr reicht inzwischen einfach vielerorts nicht mehr aus. Vor allem ballistische Raketen schlagen immer häufiger ein – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.

Für Präsident Selenskyj wachsen die innenpolitischen Probleme. Die Kritik an ihm wird lauter. Er gehe nicht konsequent genug gegen Korruption vor, kontrolliere die Medien zu stark und beschäftige sich bereits taktisch mit möglichen Neuwahlen.

Ukrainer diskutieren über die Gerechtigkeit des Kriegsdienstes

Auch die Mobilisierung der ukrainischen Armee wird immer kontroverser diskutiert. Immer mehr Videos zeigen Männer, die gegen ihren Willen eingezogen werden. Die Frage nach der Gerechtigkeit wird lauter: Warum können sich manche dem Militärdienst entziehen, während andere seit Jahren an der Front kämpfen?

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