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Paul Mackenzie: 200 Jahre Haft für 191 Tote in Kenia

Paul Mackenzie: 200 Jahre Haft für 191 Tote in Kenia
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Ein selbsternannter Pastor rief seine Anhänger auf, sich zu Tode zu hungern – um „Jesus zu begegnen“. Jetzt wurde Paul Mackenzie in Kenia zu 200 Jahren Haft verurteilt. 191 Menschen starben durch seine Hungersekte, die meisten davon Kinder.

Richterin Diana Kavedza Mochache sprach am Freitag das Urteil: 100 Jahre Haft für den Hungertod von 183 Menschen, weitere 100 Jahre für die „direkte“ Tötung von acht Menschen. Auch 28 Mitangeklagte müssen für lange Zeit hinter Gitter. Mackenzies Anwalt kündigte bereits Berufung an.

Hunderte Leichen im Wald entdeckt

Seit 2023 wurden in einem Wald nahe des Küstenorts Malindi mehr als 400 Leichen gefunden. Der Prozess in der Hafenstadt Mombasa drehte sich um 191 konkrete Todesfälle – 190 Kinder und ein Erwachsener. Mackenzie hatte die Mitglieder seiner „Internationalen Kirche der guten Botschaft“ zum Fasten bis zum Tod aufgerufen.

Auf seiner Ranch im Shakahola-Wald leitete der Sektenführer laut Anklage extreme Fastenpraktiken. Es gab eine „strukturierte Hierarchie des Todes“: Zuerst sollten Kinder sterben, dann Jugendliche und Frauen, zuletzt Männer. Die Kinder verhungerten überwiegend, wurden aber auch durch „Ersticken, Erwürgen und schwere Kopfverletzungen“ getötet.

Staatsanwaltschaft forderte Todesstrafe

Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Das kenianische Strafgesetzbuch sieht diese zwar vor, vollstreckt wurde sie aber seit 1987 nicht mehr. Schuldig gesprochen wurde Mackenzie bereits im Oktober.

Der ehemalige Taxifahrer war im April 2023 festgenommen worden. Menschenrechtsgruppen hatten die Behörden alarmiert, einige Anhänger konnten noch vor dem Verhungern gerettet werden. Bei den Polizeiermittlungen wurden hunderte Massengräber mit verscharrten Leichen entdeckt. Einige der 429 Opfer sind bis heute nicht identifiziert.

Mackenzie war in der Vergangenheit bereits zweimal festgenommen, dann aber wieder freigelassen worden. In Kenia wurden daraufhin Forderungen nach strengeren Vorschriften für religiöse Vereinigungen laut.

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