Saarbrücken – Schwere Gewalttat im Saarland. Mit letzter Kraft flüchtete sich eine schwer verletzte Frau (30) am Samstagabend auf einen Dachvorsprung – und stürzte acht Meter in die Tiefe. Zuvor soll ihr Ehemann (31) mehrfach auf sie eingestochen haben. Anwohner wurden Zeugen der dramatischen Szenen. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Während des Angriffs soll sich das gemeinsame Kind in der Wohnung aufgehalten haben.
Gegen 21 Uhr eskalierte die Situation nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung des Paares. Diese befindet sich im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Malstatt von Saarbrücken (Saarland). Der 31-Jährige attackierte seine Ehefrau laut Polizei mit einem „Stichwerkzeug“, fügte ihr mehrere Stiche zu.
Frau hielt sich an blutigem Tuch fest
Was dann geschah, spielte sich vor den Augen entsetzter Anwohner ab. Die blutende Frau flüchtete sich in ihrer Not auf einen Dachvorsprung unterhalb eines Fensters. Augenzeugen beobachteten, wie sie sich verzweifelt an einem Tuch mit Blutflecken festhielt, und riefen die Polizei. Der Mann attackierte seine Frau weiter mit dem „Stichwerkzeug“. Zwei alarmierte Einsatzkräfte eilten zu der Wohnung. Noch bevor sie diese betraten, stürzte die Frau acht Meter in die Tiefe und schlug auf dem Gehweg auf. Sie wurde vom Rettungsdienst mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Ehemann festgenommen
Der 31-jährige Angreifer öffnete kurz darauf die Wohnungstür und ließ sich von den Polizisten widerstandslos festnehmen. Die Beamten stellten die mutmaßliche Tatwaffe vor Ort sicher. Der Mann befindet sich aktuell im Polizeigewahrsam. Er soll am Sonntag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Das gemeinsame Kind des Paares, das sich zum Zeitpunkt der Tat in der Wohnung aufhielt und vermutlich alles mitansehen musste, kam in die Obhut des Jugendamtes.