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Nächste deutsche Brauerei pleite: Eine der ältesten im Allgäu

Nächste deutsche Brauerei pleite: Eine der ältesten im Allgäu
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Kaufbeuren (Bayern) – Wieder trifft es eine Traditionsbrauerei! Mehr als 700 Jahre Geschichte, und jetzt ist die Aktienbrauerei Kaufbeuren pleite. Sie kämpft ums Überleben. Das Unternehmen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht hat dem Antrag zugestimmt. Für die Brauerei beginnt damit ein umfassender Prozess.

Sanierungsexperte Volker Peter Zimmerer zu BILD: „Die Gesellschafter waren nicht mehr bereit, weitere Verluste zu akzeptieren. Deshalb mussten wir diesen Weg gehen und haben alles vorbereitet.“

Das sind die Gründe für die Insolvenz

„Die Energiekosten sind extrem gestiegen. Es gab kaum neue Biersorten ohne Zucker und ohne Alkohol. Und auch der Personalbestand ist sehr hoch“, sagt Zimmerer weiter zu BILD. Er ist Chef der Unternehmensberatung Z management consulting (ZMC) und übernimmt im Insolvenzverfahren die operative und strategische Führung des Unternehmens aus Bayern. Für viele Brauereien sind harte wirtschaftliche Zeiten angebrochen, seit die Deutschen immer weniger Bier trinken. Allein 2025 ging der Bier-Konsum um 5,8 Prozent zurück und sinkt in diesem Jahr weiter.

Was mit den Mitarbeitern passiert

Die Aktienbrauerei Kaufbeuren ist eine der ältesten Brauereien im Allgäu. Für die 84 Mitarbeiter bedeutet die Entwicklung vor allem Unsicherheit. Die Gehälter sind vorerst über das staatliche Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert. Aber nur für die kommenden drei Monate. Wie viele Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben, ist derzeit jedoch offen. Kündigungen sind wahrscheinlich. Nach BILD-Informationen könnten bis zu 50 Prozent der Arbeitsplätze verloren gehen.

Trotz der finanziellen Probleme soll der Betrieb in Kaufbeuren weiterlaufen. Volker Peter Zimmerer zu BILD: „Die Produktion wird ohne Unterbrechung fortgesetzt. Auch werden alle Kunden wie immer beliefert. Unser Ziel ist es, dass die Brauerei erhalten bleibt.“

Wo jetzt Geld herkommen soll

Parallel läuft die Suche nach neuen Geldgebern. Investoren sollen helfen, den Standort dauerhaft zu sichern und die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu stabilisieren. Auch sollen Grundstücke verkauft werden, damit neues Geld herein kommt. Gleichzeitig macht der Sanierungsexperte deutlich, dass starke Veränderungen im Unternehmen nötig sein werden.

Die Aktienbrauerei Kaufbeuren blickt auf eine Geschichte bis ins Jahr 1308 zurück. Heute befindet sich das operative Geschäft mehrheitlich im Besitz internationaler Investoren.

Gerade erst war die Insolvenz einer schwäbischen Traditionsbrauerei bekannt geworden. Auch dort bangen die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Laut Deutschem Brauer-Bund gaben 137 deutsche Brauereien in den vergangenen sechs Jahren auf. Zuletzt schlossen auch Großbrauereien Standorte, darunter Oettinger in Braunschweig. Aber auch der Warsteiner-Konzern, der die Herforder-Brauerei in Hiddenhausen schließt und zudem den Standort in Paderborn verkaufen will.

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