Berlin – Kampf-Drohnen, fliegende Waffenplattformen und Raketenwerfer für die Front: Auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA präsentiert die deutsche Rüstungsindustrie ihre Antwort auf die Bedrohung durch Russland. BILD zeigt die spektakulärsten Waffensysteme, mit denen sich Deutschland für den Ernstfall vorbereitet.
Die „Geist-Fledermaus“
Die „Ghost-Bat“ ist eine bewaffnete XXL-Kampfdrohne von Rheinmetall und Boeing. Die Maschine fliegt autonom neben bemannten Jets, späht Ziele aus, stört gegnerische Radare oder trägt selbst Waffen. Rheinmetall soll den Ghost Bat für die Luftwaffe an deutsche Anforderungen anpassen, nach BILD-Informationen wird dafür ein Standort im Süden Bayerns angepeilt. Das System hat mehr als 150 Testflüge absolviert und soll bis 2029 ausgeliefert sein – also dann, wenn Politik und Militär einen russischen Angriff auf die Nato fürchten.
Propeller-Kämpfer mit Cockpit
Eine wichtige Lehre aus dem Ukraine-Krieg: Wer schneller aufklärt, überlebt länger. Die Kampfdrohne „Pulse 19“ soll große Gebiete überwachen und den Truppen nahezu in Echtzeit Bilder vom Gefechtsfeld liefern. Auch Waffen kann sie tragen. Die Maschine gefiel Kanzler und Hobby-Pilot Merz – vielleicht auch, weil sie optisch an seine eigene Propeller-Maschine erinnert. Die Drohne ist mit einem Cockpit ausgerüstet, soll wahlweise autonom oder mit Pilot fliegen. Abgehoben ist sie bisher allerdings nicht, erste Flüge sind für 2027 geplant.
Luftabwehr-Geschoss für unterwegs
Rüstungsriese „Diehl“ hat auf der ILA die neueste Version seines Kurzstrecken-Luftabwehrsystems vorgestellt: die „IRIS-T SLS“. Das Besondere: Sie kann beim Fahren feuern! Radar, Feuerleitsystem und Raketenstarter sind auf einen einzigen Benz-Truck montiert. Die Einheit soll mobile Truppen begleiten und vor Drohnen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und Tieffliegern schützen. „IRIS-T“-Lenkraketen werden seit Jahren von der Ukraine zur Abwehr russischer Luftangriffe eingesetzt.
Der Mercedes der Lüfte
Die Rüstungsindustrie boomt, auch der kriselnde Autobauer Mercedes Benz will sein Stück vom Kuchen haben. Gemeinsam mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies soll ein mobiles System zur Drohnenabwehr entwickelt werden. Als mobile Plattformen sollen dabei – natürlich – Fahrzeuge von Mercedes-Benz dienen. Vorgesehen sind der Transporter Sprinter und die Militär-Variante der G-Klasse.
Eigenständige Drohnen-Mama
Der U145 von Airbus sieht aus wie ein Ottonormal-Hubschrauber, ist aber keiner. Tatsächlich sitzt künftig niemand mehr im Cockpit – weil es gar keines mehr gibt. Airbus hat den bewährten H145 zu einem vollautonomen Fluggerät weiterentwickelt. Sensoren und Künstliche Intelligenz übernehmen die Steuerung. Der U145 kann Munition, Nachschub oder Ausrüstung transportieren und dabei Einsätze fliegen, die für menschliche Piloten zu gefährlich wären. Spannend: Airbus entwickelt den U145 auch als fliegendes Mutterschiff für kleinere Drohnen. Der Erstflug ist für Ende 2026 geplant.