Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Stadt Dnipro im Osten des Landes wurden nach Angaben der Regionalbehörden mindestens vier Menschen getötet und 16 weitere verletzt. In der Hauptstadt Kyjiw wurde mindestens ein Mensch getötet, 20 weitere wurden verletzt, wie Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram schrieb. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand.
Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Flugabwehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, Militärflugzeuge seien aufgestiegen. In Polen wird bei größeren Angriffen in der Ukraine regelmäßig die Luftverteidigung aktiviert, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.
Im Morgengrauen Rauch ĂĽber der Stadt erkennbar
Aus dem Stadtzentrum von Kyjiw stieg eine große Rauchwolke auf. Einwohner suchten in U-Bahnstationen und Luftschutzkellern Schutz. Im Morgengrauen war Rauch über der Stadt erkennbar. Durch die russischen Angriffe seien in der Stadt mehrere Brände ausgebrochen, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko. Es seien mindestens vier Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Militärverwaltung der Stadt setzten die russischen Truppen bei den Angriffen ballistische Raketen ein. Auch Drohnen kamen zum Einsatz.
Im Kyjiwer Bezirk Podilskyj stĂĽrzte ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie BĂĽrgermeister Klitschko auf Telegram schrieb. Es werde befĂĽrchtet, dass Menschen unter den TrĂĽmmern verschĂĽttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt.Â
Auch die zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw, wurde nach Angaben der Regionalverwaltung erneut angegriffen. Dabei seien in der Nacht acht Menschen verletzt worden.
Im vergangenen Monat hatte die russische Armee Kyjiw mit einem der folgenschwersten Angriffe seit vielen Monaten überzogen. Dabei war eine Rakete in einem Wohngebäude eingeschlagen, dutzende Menschen wurden getötet. Außerdem setzte Russland im Mai eine seiner atomwaffenfähigen Oreschnik-Raketen ein.