Berlin – Vier Stunden Nervenkrieg in einem Wohnblock, dann streckten ihn Stromstöße nieder: An Dienstagmittag griff ein Mann (29) auf einer Straße im Stadtteil Gropiusstadt eine Frau mit ihrem Baby an. Dann verschanzte er sich in seiner Wohnung. Bis sich das SEK zu ihm abseilte.
Gegen 13 Uhr schob eine Frau ihr Baby im Kinderwagen durch den Sollmannweg in der Hochhaussiedlung am Stadtrand von Berlin. Plötzlich packte sie der 29-Jährige. Sofort sollen Passanten eingegriffen haben, den Angreifer abgedrängt haben. Er verschwand in seiner Hochhauswohnung, Mutter und Kind blieben unverletzt. Trotzdem wurde die Polizei gerufen.
Mann verschanzte sich in Hochhaus
Bei deren Eintreffen hatte sich der laut Polizei „verhaltensauffällige“ Mann in seiner Wohnung verschanzt. Nach BILD-Informationen war er offenbar suizidgefährdet, hatte möglicherweise geplant, einen Polizeieinsatz auszulösen und von Beamten erschossen zu werden.
Deshalb umstellte eine Einsatzhundertschaft das Haus, Rettungsdienst und Notarzt rückten an, die Feuerwehr platzierte Sprungkissen unterhalb der Wohnung. Verhandlungsspezialisten der Polizei versuchten, mit dem Verzweifelten in Kontakt zu treten.
SEK seilt sich in Hochhauswohnung ab
Doch er gab nicht auf. Gegen 17 Uhr bekam das inzwischen ebenfalls eingetroffene Spezialeinsatzkommando den Befehl: „Zugriff!“ Zwei Beamte seilten sich von einer höher gelegenen Wohnung auf den Balkon des Mannes ab. Zeitgleich rammten Kollegen seine Tür auf. Noch bevor er seine griffbereite Armbrust erreichen konnte, überwältigte ihn das SEK mit einem Elektroschocker.
Der leicht verletzte 29-Jährige wurde auf eine Trage gefesselt in einen Rettungswagen gebracht. Weil er sich offenbar immer noch in einem Ausnahmezustand befand, wurde ihm eine Spuckmaske über den Kopf gezogen.