Neapel – In Deutschland ist Angela Merkel (72, CDU) wegen der unbewältigten Flüchtlingskrise, der Nachwirkungen der Russen-Gas-Abhängigkeit und der desolaten Wirtschaft in der Kritik. Ökonom Hans-Werner Sinn (78) forderte gestern sogar, dass Deutschland die 15 Jahre der Merkel-Politik „rückabwickeln“ soll. Anders in Italien, wo die Alt-Kanzlerin gerade urlaubt. Die Italiener sind ganz verrückt nach „Mama Merkel“.
In der Panoramabar Ba-Bar Monte Echia gibt es einen herrlichen Blick über den Golf von Neapel und auf den Vesuv. In der drittgrößten Stadt Italiens mit knapp einer Million Einwohnern sind es aktuell um die 20 Grad. Merkel wird, wo sie hinkommt, mit warmen Worten begrüßt.
Ein Mitarbeiter der Bar hat ein Foto von sich und der deutschen Altkanzlerin gepostet, auf dem er den Arm um sie legt und Merkel regelrecht feiert. Er schreibt: „Ihre wahre Stärke zeigte sie im Sommer 2015. Angesichts der Not von über einer Million Menschen, die vor dem Krieg in Syrien flohen, hat sie, anstatt wegzuschauen oder Barrieren zu errichten, ihre Arme geöffnet. Mit drei Worten, die Geschichte geschrieben haben – ‚Wir schaffen das‘ – hat sie ganz Europa daran erinnert, dass Menschlichkeit vor jeder Grenze steht.“
Auch im Archäologischen Nationalmuseum Neapel an der Piazza Museo freut man sich so sehr über den Besuch der Alt-Kanzlerin, dass das Museum Merkel im Ausstellungsraum, in dem die wichtigsten Fundstücke aus der untergegangenen römischen Stadt Pompeji gezeigt werden, fotografiert und das Bild postet.
Der Post gehört zu den erfolgreichsten des Museums, das pro Foto sonst nur ein paar Hundert Likes hat. Mehr als 45.000 Menschen haben ein Herz hinterlassen. Besonders sind dabei die Kommentare: Fast 1200 Menschen haben das Bild kommentiert: „Mama Merkel, Du fehlst uns“, „Sie ist so herrlich normal“, „Mama, komm zurück“, „Eine beeindruckende Person und ein großes Vorbild“, „Mutti, Du wirst dringend wieder gebraucht.“ Natürlich gibt es auch kritische Kommentare: „Der Ausstellungsraum passt, so sieht auch bald Deutschland aus.“