Die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas ist zurückgetreten. Ein Grund dafür sind angeblich unfaire Angriffe gegen Bas, auch aus der Union. Sie nennen diese Angriffe „unmenschlich“. Ein sehr hartes Wort.
Halb Deutschland rätselt, was Sie mit „unmenschlich“ genau meinen. Kritik ist ja in Deutschland erlaubt, oder? Der „Tagesspiegel“ hat auf einer ganzen Seite allen Anwürfen gegen Bas nachgeforscht. Der härteste Angriff aus der CDU bestand demnach aus der Formulierung, Frau Bas sei „nicht mehr tragbar“ (so Christian von Stetten). Nett ist das nicht. Aber unmenschlich?
Wie redet man eigentlich in der SPD über seine Vorsitzenden? Über das Regime der Vorsitzenden Andrea Nahles sagte der Exvorsitzende Sigmar Gabriel 2019: „Wie in der Endphase der DDR.“ Und: „Die SPD braucht eine Entgiftung.“ Hier eine Meinung aus der SPD über die damals amtierende Vorsitzende Saskia Esken: „Klebt wie Pattex am Parteivorsitz.“
Das Binnenklima der SPD hat deren Ex-Vorsitzender Kurt Beck „abstoßend“ genannt, es herrsche „das Verhalten eines Wolfsrudels“. Seit 2006 hat dieses Rudel zehn Vorsitzende zerrissen.
Ich wünsche Ihnen viel Glück, falls Sie demnächst Vorsitzende werden! Falls aber die Koalition mit der Union zerbricht, könnten Sie ja das berühmte Koalitions-Schlusswort der Exvorsitzenden Nahles an die CDU/CSU recyceln: „Ab morgen kriegen sie in die Fresse.“ Auch nicht nett.