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Letzter Drittliga-Aufsteiger: Würzburg-Wahnsinn zerstört Traum von Lok Leipzig

Der 1. FC Lok Leipzig muss als doppelter Nordost-Meister in der Regionalliga bleiben, die Würzburger Kickers kehren nach vier Jahren dagegen in die 3. Liga zurück. Bayerns Vize-Meister setzt sich gegen den personell gebeutelten Kultklub aus Sachsen beim 2:1 am heimischen Dallenberg durch.

Irre: Die Schwarzmarktpreise für die Partie lagen laut MagentaSport bei bis zu 200 Euro. Und es wurde auch verrückt.

FCL-Coach Jochen Seitz vertraute trotz der 0:1-Hinspielpleite demselben Startelf-Personal. Und die Loksche kam zunächst offensiv tatsächlich zu mehr Dampf. Eren Öztürk (5.) hatte die erste auffällige Szene, was den Beginn eines offenen Schlagabtauschs einläutete. Kickers-Stürmer Tarsis Bonga verzog rechts unten (11.)!

Lok schnupperte an der Führung

Dann zwei Riesen für Leipzig, die den Rückstand hätte wettmachen können. Wieder schloss Öztürk ab, Routinier Daniel Hägele klärte per Kopf vor Keeper Johann Hipper (11.) Doch bei der anschließenden Ecke war der Hüter gegen einen Wilton-Schuss sogar bereits geschlagen, auf der Linie rettete wieder Hägele (12.).

Die Unterfranken wurden danach dominanter, auch weil Lok zu oft die Bälle schon um die Mittellinie herum verlor. Die Zweikampfquote lag bei satten 64 Prozent für Würzburg. Ein hoher Ballverlust diesmal von Alexander Siebeck sorgte schließlich dafür, dass Bonga rechts abging und Jerman Nischalke mit einem strammen Querpass zum 1:0 bediente (30.).

Dieser Schock saß erstmal tief! Torwart Andreas Naumann hielt die Gäste im Spiel: Erst riss er die Pranke gegen einen Kracher von Omore (32.) hoch, anschließend gegen Dion Berisha aus Kurzdistanz (37.). Immerhin: Dorian Cevis prüfte Hipper kurz vor der Pause nochmal mit einem Distanz-Knaller (45. +1).

FCL-Sportdirektor Toni Wachsmuth (39) in der Halbzeit: „Aufgeben gilt nicht. Für Lok Leipzig erst recht nicht.“ Zur zweiten Hälfte kam der angeschlagene Malik McLemore für Cevis rein, Seitz ging mehr Risiko, aber zwei Schüsschen von Ayodele Adetula (46./60.) sind zu wenig.

Lok kommt nochmal zurück, dann wird's irre

Als keiner damit rechnet, plötzlich der Ausgleich: Öztürk auf den eingewechselten Christoph Maier, der quer auf Ziane - 1:1 (71.)! Lok träumt nach 26 Jahren wieder von der 3. Liga, der Block tobt vor Freude, aber postwendend geht's rechts hinten viel zu einfach. Der erste Schuss wird geblockt, springt aber zu Cherif Cissé, der überlegt zum 2:1 einschiebt (72.)! 65 Sekunden zwischen beiden Toren – was für ein Wahnsinn im Hexenkessel am Dalle! Und der tobt nach Abpfiff erst richtig los. Würzburg ist zurück in der 3. Liga. Und Lok Leipzig weint zum dritten Mal.

Grotesk bleibt der Aufstiegs-Irrsinn des DFB, der es viel zu lange zugelassen hat, dass mit Lok Leipzig ein großer Traditionsklub nach insgesamt drei Regionalliga-Meisterschaften (2020, 2025, 2026) nie aufsteigen durfte. Zumal der FCL in den Relegationen die letzten zwei Jahre nie in Bestbesetzung auflief. Am Dienstagabend treffen sich die Regionalverbandsbosse im DFB, um die letzten Details fürs viergleisige Kompassmodell festzulegen. Eine Reform ist nötig wie nie.

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