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Lebenslang für Syrer (36): Höchststrafe nach Terroranschlag von Bielefeld

Lebenslang für Syrer (36): Höchststrafe nach Terroranschlag von Bielefeld
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Bielefeld/Düsseldorf – Ausgelassen feierten sie den Aufstieg von Arminia Bielefeld in die 2. Fußball-Bundesliga. Die Fußballfans bemerkten nicht, wie sich der bewaffnete Angreifer anschlich. Mahmoud M. (36) wollte möglichst viele „Ungläubige“ töten, stach auf die Feiernden ein. Vier Männer (22 – 27) und eine Frau (26) überlebten teils mit schweren Verletzungen. Sie leiden bis heute unter dem Angriff. Jetzt fiel das Urteil gegen den Attentäter von Bielefeld. Er wurde wegen vierfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, das Düsseldorfer Oberlandesgericht stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest und ordnete Sicherheitsverwahrung an.

Der Syrer war am frühen Morgen des 18. Mai 2025 bewaffnet mit einem Messer und einem Stockdegen auf die Feiernden vor der Szene-Bar „Cutie“ in Bielefeld (NRW) losgegangen. Dabei soll er „Allahu akbar“ gerufen und einen Zettel mit einer selbst gezeichneten IS-Flagge bei sich getragen haben. Erst als er seinen selbst gebauten Stockdegen verlor und sich entschlossenem Widerstand gegenübersah, flüchtete er. Einen Tag später, am Abend des 19. Mai, konnte M. in Heiligenhaus festgenommen werden, weil ihn ein Cousin an die Polizei verriet. Vier seiner Opfer schwebten zwischenzeitlich in akuter Lebensgefahr.

Attentäter gehörte dem IS an

M. wurde nach der Messertat auf die Fußball-Fans wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, des versuchten Mordes in vier Fällen und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Laut Bundesanwaltschaft fehle ihm jegliche Empathie mit den Opfern. Mitleid empfinde er nur für sich selbst. Wegen seiner radikal-islamischen Gesinnung sei der Syrer nach wie vor gefährlich.

Laut Anklage schloss sich Mahmoud M. spätestens im Mai 2015 in Syrien der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) an. Er wurde demnach als Kämpfer eingesetzt und verwaltete Immobilien für den IS. Im Sommer 2023 kam er nach Deutschland. Knapp zwei Jahre später fasste er laut der Ermittler dann den Entschluss, im Namen eines weltweiten „Heiligen Krieges“ möglichst viele, willkürlich ausgewählte Menschen in Deutschland zu töten.

Syrer tötete bereits zwei Menschen

Mahmoud M. gestand das Attentat in der Untersuchungshaft und räumte sie im Prozess in seinem Schlusswort ebenfalls ein. In der Untersuchungshaft hatte er zudem erzählt, bereits in Syrien zwei Menschen getötet zu haben, darunter seinen Halbbruder im Auftrag des IS.

Laut psychiatrischem Gutachter ist M. tiefgreifend islamistisch radikalisiert. Die Ideologie sei fester Bestandteil seiner Persönlichkeit. Dafür habe er den Kontaktabbruch zu seinen Kindern in Kauf genommen. Er sei kränkbar, intolerant und gewaltbereit. In Deutschland habe sich seine psychische Lage verschlechtert, nachdem der Familiennachzug gestoppt worden sei, er keine Arbeit gefunden und kein Deutsch gelernt habe.

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