Politik

Kassenärzte-Chef: Bald 115.000 Patienten mehr pro Tag in deutschen Praxen erwartet

Kassenärzte-Chef: Bald 115.000 Patienten mehr pro Tag in deutschen Praxen erwartet
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Ärzte-Protest gegen die Regierungspläne! Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen, eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einführen. Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63) ist dagegen, er rechnet mit einem Riesen-Aufwand für die Praxen – und längeren Wartezeiten für Patienten.

Gassen zu BILD: „Die Regierungspläne bedeuten eine massive Mehrbelastung für die Ärzte. Sie müssen sich künftig mit Fällen rumschlagen, die eigentlich nicht in die Praxis müssten. Als Folge fehlen Termine für Patienten, die wirklich zum Arzt müssen.“

Eine Schätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (liegt BILD vor) zeigt: Die Ärzte rechnen mit mindestens 30 Millionen zusätzlichen Praxisbesuchen pro Jahr. Pro Arbeitstag sind das 115.000 Patienten zusätzlich in den deutschen Praxen. Bei einer Behandlungsdauer von zehn Minuten gehen sie von 208.000 kompletten Arbeitstagen aus, die wegen der neuen Krankschreibe-Regeln in den Arztpraxen aufgewendet werden müssten. Bedeutet: Den Arztpraxen droht eine Terminflut, die Wartezeit für Patienten könnte länger werden.

Kassenärzte-Chef Gassen kritisiert auch die gleichzeitig geplante Garantie für Facharzttermine: „Über diese Pläne kann man nur den Kopf schütteln. Wer diese Gesetze macht, versteht sie entweder nicht oder interessiert sich nicht für die Folgen für die ärztliche Versorgung.“

Die Bundesregierung will mit den Verschärfungen die Krankheitstage in Deutschland reduzieren und so die Wirtschaft ankurbeln.

Vielleicht verpasst