Berlin – Der Iran-Krieg eskaliert – und Deutschlands Autofahrer bekommen die Folgen an der Zapfsäule zu spüren! Am Sonntag kostete ein Liter Super im bundesweiten Durchschnitt nach dem täglichen Zwölf-Uhr-Sprung 2,328 Euro. E10 stieg auf 2,274 Euro, Diesel auf 2,305 Euro.
Besonders heftig ist die Entwicklung beim Diesel: Am Sonntag vor einer Woche, dem 12. Juli, lag der Preis nach dem Zwölf-Uhr-Sprung noch bei 2,238 Euro. Jetzt sind es 2,305 Euro. Heißt: Diesel ist innerhalb nur einer Woche um 6,7 Cent pro Liter teurer geworden. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern zahlen Autofahrer damit 3,35 Euro mehr.
116 Euro für eine Tankfüllung
Wer am Sonntag 50 Liter Diesel tankte, musste mehr als 115 Euro hinlegen. Bei Super waren es sogar mehr als 116 Euro. Eine einzige Tankfüllung verschlingt damit schnell so viel wie ein größerer Wocheneinkauf. Besonders bitter: Seit dem 1. Juli ist der Tankrabatt Geschichte. Als große Schutzmaßnahme der Bundesregierung bleibt Autofahrern damit nur die Zwölf-Uhr-Regel. Doch die senkt keinen Spritpreis. Sie bündelt die Erhöhungen nur auf einen festen Zeitpunkt. Der Preisschock kommt jetzt planbarer, billiger wird Tanken dadurch nicht.
Der Krieg treibt das Öl hoch
Grund für den neuen Preisdruck ist die erneute Eskalation des Iran-Kriegs. Die Sorge wächst, dass wichtige Öllieferungen aus der Golfregion ausfallen oder zentrale Handelswege weiter eingeschränkt werden könnten. Der Ölpreis legte innerhalb einer Woche um mehr als 13 Prozent zu. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitag rund 88 Dollar.
Das macht nicht nur Tanken und Heizen teurer. Der kräftige Ölpreisanstieg schürt auch neue Sorgen vor steigender Inflation und einer Belastung der Weltwirtschaft. Denn höhere Energiepreise verteuern Transporte, Produktion und am Ende viele Waren des täglichen Lebens. Auch die Hoffnung auf bald sinkende Zinsen könnte dadurch einen Dämpfer bekommen.
Für Millionen Urlauber, Pendler und Familien ist die Folge schon jetzt sichtbar: Der Weg zur Tankstelle wird wieder zum Schockmoment.